Die Aktie von ThyssenKrupp Nucera zeigt am Mittwoch eine leichte Erholung. Nach sieben Tagen mit minus 6,34 Prozent steigt der Kurs um 1,82 Prozent auf 7,83 Euro. Das ist immer noch nah am 52-Wochen-Tief von 7,26 Euro. Der RSI von 38 signalisiert: überverkauft, aber noch nicht entspannt.
Auslöser der Stabilisierung: ein Anlegerforum. Dort stellte sich die Investor-Relations-Abteilung den Fragen verunsicherter Aktionäre. Die Diskrepanz zwischen boomendem Auftragseingang und schwachem Ergebnis hatte für Irritation gesorgt.
Aufträge vervierfacht, Gewinn belastet
316 Millionen Euro Auftragseingang im zweiten Quartal – eine Vervierfachung zum Vorjahr. Gleichzeitig drückten bilanztechnische Sondereffekte im Segment Green Hydrogen das Ergebnis. Das verunsicherte den Markt. Die Aktie geriet unter Druck.
Das Management versucht nun, die Wogen zu glätten. Die Einmaleffekte sind erläutert, die langfristigen Margenziele bleiben bestehen. Ob das reicht, ist offen.
Der Technologieführer bei alkalischer Wasserelektrolyse hat Großprojekte in der Pipeline: ein 300-MW-Vertrag mit Partner Moeve in Spanien, eine FEED-Studie für 260 MW in Indien. Die Auftragsdynamik ist intakt. Die Frage ist, wann daraus profitabler Umsatz wird.
Konzern-Umbau als Risikofaktor
Hinzu kommt: der Mutterkonzern ThyssenKrupp bereitet eine wegweisende Aufsichtsratssitzung vor. Es geht um die Zukunft weiterer Sparten. Indirekt betrifft das auch die Wasserstoff-Tochter Nucera.
Der Kurs liegt mit 7,83 Euro sechs Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 8,36 Euro. Eine erste Unterstützung oberhalb des Tiefs von 7,26 Euro scheint zu greifen. Ob daraus eine echte Bodenbildung wird, hängt von den nächsten Quartalen ab.
Der Bericht zum dritten Quartal kommt voraussichtlich im August. Bis dahin entscheiden Großaufträge und die Stimmung im globalen Wasserstoffmarkt über die Richtung. Die heutige Stabilisierung ist ein erster Schritt – mehr nicht.
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