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Symbolbild, KI-generiert

Thyssenkrupp: Jindal-Deal wegen 2,4 Mrd. Pensionen gefährdet

Thyssenkrupp befindet sich in der Quiet Period vor dem Halbjahresbericht. Während der Stahlverkauf an Jindal stockt, gibt es Bewegung bei Marineprojekten und Unsicherheit um den Börsengang von TK Elevator.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Stahlverkauf an Jindal stockt bei Pensionslasten
  • Marinegeschäft verhandelt über U-Boot-Projekt mit Indien
  • Börsengang von TK Elevator steht unter Druck
  • EU-Stahlzölle bieten ab Juli Entlastung

Ab sofort schweigt Thyssenkrupp. Der Konzern ist in die Quiet Period eingetreten — bis zum Halbjahresbericht am 12. Mai gibt es keine operativen Aussagen aus Essen. Die offenen Baustellen bleiben trotzdem sichtbar.

Stahl-Deal unter Druck

Der geplante Verkauf der Stahlsparte an Jindal Steel International stockt. Beide Seiten streiten über Investitionen und Energiekosten. Pensionsverpflichtungen von 2,4 Milliarden Euro machen die Sache zusätzlich schwer. Nach sechs Monaten Prüfung halten Insider einen Deal für unwahrscheinlich.

Auf der anderen Seite gibt es Bewegung im Marinegeschäft. Indiens Verteidigungsminister verhandelte zuletzt in Berlin über ein milliardenschweres U-Boot-Projekt. Thyssenkrupp Marine Systems gilt als einziger verbliebener Bieter. Ein finaler Vertrag hängt maßgeblich von der geforderten lokalen Fertigung in Indien ab. An TKMS hält Thyssenkrupp eine strategische Mehrheit von 51 Prozent.

TK Elevator: Milliardenwert im Spiel

Ein potenzieller Werthebel wartet auf Realisierung. Thyssenkrupp hält noch 16,2 Prozent an TK Elevator. Die Haupteigentümer Cinven und Advent peilen einen Börsengang in der zweiten Jahreshälfte 2026 an — bei einer Bewertung von bis zu 25 Milliarden Euro wäre der Anteil rund 4 Milliarden Euro wert.

Allerdings gerät dieser Plan unter Druck. Wettbewerber Kone bringt sich laut Insidern als möglicher Käufer ins Spiel. Marktschwankungen haben Cinven und Advent offenbar offener für einen Direktverkauf gemacht. Ein Kone-Deal könnte jedoch an kartellrechtlichen Hürden scheitern.

EU-Zölle und Kurslage

Rückenwind kommt aus Brüssel. EU-Mitgliedstaaten und Europaparlament einigten sich Mitte April auf schärfere Stahl-Importbeschränkungen. Die zollfreie Einfuhrmenge sinkt auf 18,3 Millionen Tonnen jährlich — rund 47 Prozent weniger als bisher. Wer darüber hinaus liefert, zahlt künftig 50 statt 25 Prozent Zoll. Entlastung für die heimische Stahlindustrie ist ab Juli zu erwarten.

Die Aktie notiert bei 8,84 Euro und liegt damit rund zehn Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt. Für das laufende Geschäftsjahr 2026 hatte der Vorstand bereits einen Nettoverlust von bis zu 800 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Am 12. Mai endet die Stille. Der Halbjahresbericht soll den Stand der Jindal-Verhandlungen klären, die Fortschritte bei Materials Services zeigen und Hinweise zur HKM-Transaktion liefern. Für den Kurs dürfte vor allem entscheidend sein, ob Thyssenkrupp beim Stahl-Deal endlich Klarheit schafft — oder das Thema erneut vertagt.

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