Volle Auftragsbücher auf See, tiefe Sorgen am Hochofen. Bei Thyssenkrupp klaffen die Welten derzeit weit auseinander. Während die Marinesparte vor einem Großauftrag aus Brasilien steht, rutscht die Aktie weiter ab.
Der Kurs fiel am Freitag auf 8,72 Euro. Seit Jahresbeginn verlor das Papier fast zehn Prozent an Wert. Dabei lieferte Brasiliens Präsident gute Neuigkeiten. Das Land plant den Kauf von vier zusätzlichen Fregatten.
Thyssenkrupp baut bereits die aktuelle Tamandaré-Klasse für die südamerikanische Marine. Ein Folgeauftrag lastet die Werften langfristig aus. Er festigt die Position der Essener im globalen Überwasserschiffbau.
Rüstung boomt, Stahl leidet
Die Rüstungssparte treibt das Wachstum an. Mitte April vereinbarte das Unternehmen eine engere Zusammenarbeit mit der spanischen Werft Navantia. Die Partner wollen Synergien bei neuen Plattformen nutzen. Parallel dazu meldet der Anlagenbau Erfolge. Die Tochterfirma Uhde erweitert eine große Ammoniak-Anlage in Brunei.
Ein harter Kontrast. Im Stahlgeschäft fordert der Konzern strengere Schutzmaßnahmen von der Europäischen Union. Günstige Importe belasten die heimische Produktion enorm. Obendrein verschlingt der Umbau zu grünem Stahl hohe Summen. Geopolitische Spannungen bremsen ferner Teile des Maschinenbaus aus.
Warten auf Details
Die Aktie reagiert auf die operativen Lichtblicke bisher kaum. Der RSI-Indikator steht bei rund 31 Punkten. Das signalisiert ein fast überverkauftes Niveau.
Anleger blicken nun auf die kommenden Wochen. Dann erwartet der Markt offizielle Details zum brasilianischen Fregatten-Deal. Hält die Schwäche im Stahlsektor an, verpufft dieser Impuls womöglich schnell.
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