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Symbolbild, KI-generiert

Thyssenkrupp Aktie: Zwei Baustellen, ein Absturz

Die Thyssenkrupp-Aktie erreicht ein neues Jahrestief, da der Verkauf der Stahlsparte an Jindal zu scheitern droht und die Frist für die Handelstochter Materials Services abläuft.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Stahlverkauf an Jindal Steel droht zu platzen
  • Deadline für Handelstochter Materials Services endet
  • Aktie notiert auf neuem 52-Wochen-Tief
  • Marinesparte TKMS als stabiler Konzernanker

Zwei strategische Zeitbomben ticken gleichzeitig — und der Markt quittiert das mit einem neuen 52-Wochen-Tief. Die Thyssenkrupp-Aktie notiert heute bei 7,16 Euro, fast 46 Prozent unter dem Oktober-Hoch von 13,24 Euro. Hinter dem Kursverfall steckt eine konkrete Doppelbelastung.

Jindal-Deal wackelt, Alternativen unklar

Die Verhandlungen mit dem indischen Stahlkonzern Jindal Steel über den Verkauf der Stahlsparte drohen laut Reuters zu scheitern. Kernproblem sind unüberbrückbare Differenzen bei Pensionsverpflichtungen und Energiekosten. Jindal fordert weitere Kostensenkungen — die IG Metall signalisiert jedoch nur bei gesicherten Arbeitsplätzen Zustimmung. Betroffen wären 26.000 Beschäftigte bei Steel Europe, Deutschlands größtem Stahlerzeuger.

Scheitern die Gespräche, stehen Alternativen bereit: Restrukturierung im Eigenbetrieb, Teilverkauf, staatlich gestützte Lösungen oder eine Abspaltung. Keine davon löst das strukturelle Problem schnell.

Materials Services: Frist abgelaufen

Parallel endete heute die Deadline für die Handelstochter Materials Services. Die Sparte mit einem Jahresumsatz von 11,4 Milliarden Euro sollte bis Ende März operative Fortschritte Richtung Eigenständigkeit nachweisen. Zur Debatte stehen Börsengang, Abspaltung oder Verkauf — geprüft wird auch eine Umwandlung in eine KGaA, um bei einem Anteilsverkauf die Kontrolle zu behalten. Insider halten einen Börsengang bereits im Herbst für möglich, knüpfen das aber an eine verbesserte Performance im laufenden Quartal.

Operativ spiegelt sich der Transformationsdruck bereits in den Zahlen: Im ersten Quartal 2025/26 fiel ein Nettoverlust von 334 Millionen Euro an, getrieben durch Restrukturierungskosten von 401 Millionen Euro allein bei Steel Europe.

TKMS als Gegengewicht

Einen stabilen Gegenpol bildet die Marinesparte TKMS — seit Oktober 2025 eigenständig börsennotiert, seit Dezember im MDAX und mit einem Auftragsbestand von 18,7 Milliarden Euro gut aufgestellt. Thyssenkrupp hält 51 Prozent und profitiert damit von einem der wenigen verlässlichen Ertragsanker im Konzern.

Am 12. Mai legt Thyssenkrupp den Halbjahresbericht vor. Dann zeigt sich, wie weit Materials Services nach Ablauf der März-Frist tatsächlich ist, ob die Jindal-Gespräche noch zu retten sind — und ob die für Anfang Juni geplante HKM-Anteilsübertragung planmäßig verläuft. Bis dahin bleibt der Titel unter erheblichem Druck.

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Diskussion zu Thyssenkrupp

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.