Bis Ende des Monats entscheidet sich, ob Thyssenkrupp einen der größten Rüstungsaufträge der kanadischen Geschichte an Land zieht — oder leer ausgeht. Die Nachricht über eine überraschende Fristverlängerung im U-Boot-Wettbewerb dominiert den Wochenauftakt, während der Kurs unter Druck bleibt.
Kanada gibt Bietern eine zweite Chance
Die kanadische Defence Investment Agency hat den Wettbewerb um bis zu zwölf konventionelle U-Boote in die Verlängerung geschickt. Thyssenkrupp Marine Systems und der südkoreanische Konkurrent Hanwha Ocean haben bis zum 29. April Zeit, ihre Angebote nachzubessern. Ottawa fordert konkrete Zusagen für industrielle Investitionen und Technologietransfer auf kanadischem Boden.
Das Auftragsvolumen wird in Marktkreisen auf bis zu 60 Milliarden Kanadische Dollar geschätzt. TKMS tritt mit dem Modell 212CD an und begrüßte die verlängerte Frist — man wolle die Zeit für eine Vertiefung der Partnerschaftsangebote mit der lokalen Industrie nutzen. Eine finale Entscheidung der kanadischen Regierung wird für Ende Juni erwartet.
Charttechnik bremst die Euphorie
Der Freitagskurs von 9,26 Euro folgte einem Kurssprung von 6,5 Prozent — getrieben unter anderem von nachlassendem Druck bei den Energiekosten. Am Montag gibt die Aktie einen Teil dieser Gewinne wieder ab und notiert bei rund 9,08 Euro. Der Abstand zur 200-Tage-Linie bei knapp 9,90 Euro bleibt erheblich.
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Barclays senkte am 17. April das Kursziel auf 9,00 Euro und bestätigte das Rating „Underweight“. Analyst Tom Zhang nannte geopolitische Risiken im Nahen Osten und eine schleppende Erholung der europäischen Stahlmargen als Gründe. Die 9,00-Euro-Marke fungiert damit nicht nur als charttechnische Unterstützung, sondern auch als Barclays-Kursziel — ein doppelter Puffer, der wenig Spielraum lässt.
Green Steel und Quiet Period
Abseits des Marinegeschäfts liefert Thyssenkrupp Steel rund 1.000 Tonnen CO₂-reduzierten „bluemint® Steel“ für ein Wasserleitungsprojekt in Angola. Der Stahl entsteht unter erhöhtem Schrotteinsatz im Hochofenprozess und soll die Trinkwasserversorgung Luandas sichern. Auf der Messe „Tube 2026″ in Düsseldorf präsentierte der Konzern wasserstoffoptimierte Stähle — ein weiteres Signal der strategischen Ausrichtung auf Dekarbonisierung.
Ab dem 22. April tritt Thyssenkrupp in die offizielle Quiet Period vor den nächsten Quartalszahlen ein. Neue Kommentare zur Geschäftsentwicklung bleiben damit aus. Das Marktgeschehen konzentriert sich bis Monatsende auf zwei Punkte: die finale Gebotsabgabe in Kanada am 29. April und die Frage, ob der Kurs die 9,00-Euro-Marke verteidigen kann.
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