Während Thyssenkrupp den Verkauf seiner Automationssparte planmäßig abschließt, verschärft sich die Lage im Spezialstahlgeschäft zusehends. Eine Schwemme asiatischer Billigimporte zwingt den Konzern zu drastischen Einschnitten in der Produktion. Parallel dazu trübt eine Gewinnwarnung der Wasserstofftochter Nucera die Bilanz des ohnehin angespannten Konzernumbaus.
Portfoliobereinigung im Automotive-Sektor
Zum 1. April wechselte die Einheit Automation Engineering formell zur Münchner Agile Robots SE und firmiert künftig unter dem Namen „Krause Automation“. Das Segment Automotive Technology konzentriert sich damit fortan auf die vier Kernfelder Chassis, Komponenten, Aftermarket und Schmiedegeschäft. Dieser Schritt dient der gezielten Verschlankung des Portfolios, um die Kapitalmarktfähigkeit der Sparte zu erhöhen. Begleitet wird diese Strategie von Überlegungen, die Minderheitsbeteiligung TK Elevator an die Börse zu bringen.
Produktionsstopp gefährdet 1.200 Arbeitsplätze
Einen harten Kontrast zu diesen Fortschritten liefert die Tochtergesellschaft Thyssenkrupp Electrical Steel. Die Importe von asiatischem kornorientiertem Elektroband haben sich seit 2022 verdreifacht und verzeichneten 2025 einen weiteren Anstieg um 50 Prozent. Die daraus resultierende Unterauslastung der Anlagen zwingt das Management nun zu harten Einschnitten: Nach zeitweisen Stilllegungen in Gelsenkirchen und im französischen Isbergues wird der Standort in Frankreich von Juni bis September komplett geschlossen. Etwa 1.200 Arbeitsplätze sind durch diese Maßnahme akut bedroht.
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Das betroffene Elektroband ist ein essenzieller Spezialwerkstoff für Transformatoren und Windkraftanlagen. Obwohl sich der globale Bedarf bis 2050 laut Marktstudien verdreifachen wird, leidet der europäische Markt massiv unter dem asiatischen Preisdruck. Thyssenkrupp drängt die EU-Kommission daher auf rasche Schutzmaßnahmen, da dieses spezifische Segment bislang nicht von den geplanten Kürzungen der zollfreien Stahlimportquoten abgedeckt ist.
Nucera-Verluste belasten die Bilanz
Erschwert wird die Sanierung des Gesamtkonzerns zusätzlich durch operative Rückschläge bei der Wasserstofftochter Nucera. Wegen ungeplanter Nachrüstkosten für ausgelieferte Module und eines aufgelösten US-Pilotvertrags erwartet das Unternehmen im laufenden Geschäftsjahr einen operativen Verlust zwischen 30 und 80 Millionen Euro.
Am 12. Mai 2026 wird der anstehende Zwischenbericht das genaue Ausmaß dieser finanziellen Belastungen auf Konzernebene offenlegen. Bis zu einer möglichen Entscheidung über EU-Schutzzölle, die frühestens zum 1. Juli in Kraft treten könnten, bleibt der Kostendruck auf das operative Kerngeschäft hoch.
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