Thyssenkrupp liefert ein gemischtes Signal. Operativ läuft es besser, vor allem im Stahl. Unter dem Strich steht aber ein Verlust, und der Konzern wird beim Umsatz vorsichtiger. Genau diese Mischung bremst die Aktie nach ihrem jüngsten Lauf.
Stahl stützt das Ergebnis
Am 12. Mai legte Thyssenkrupp die Halbjahreszahlen vor. Im Quartal fiel ein Nettoverlust von 11 Millionen Euro an, nach einem Gewinn von 167 Millionen Euro im Vorjahr. Das ist der sichtbare Makel in der Bilanz.
Operativ sieht das Bild besser aus. Das bereinigte EBIT stieg auf 198 Millionen Euro, nach 19 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Besonders die Stahlsparte trug dazu bei.
Dort drehte das bereinigte EBIT auf 84 Millionen Euro ins Plus, nachdem im Vorjahr noch ein Verlust von 23 Millionen Euro angefallen war. Niedrigere Rohmaterial- und Energiekosten halfen. Dazu kamen Restrukturierungseffekte bei den Personalkosten.
Der Umsatz blieb dagegen unter Druck. Er sank um zwei Prozent auf 8,38 Milliarden Euro. Die Nachfrage in Stahl und Automotive bleibt damit der wunde Punkt.
Ausblick wird vorsichtiger
Thyssenkrupp erwartet für das Geschäftsjahr 2025/2026 nun bestenfalls stagnierende Erlöse oder einen Rückgang um bis zu drei Prozent. Die alte Spanne war etwas optimistischer und ließ noch leichtes Wachstum zu. Das Management reagiert damit auf ein schwierigeres Marktumfeld.
Finanzchef Axel Hamann verwies auf geopolitische Unsicherheiten und deren Folgen für internationale Märkte. Genannt wurde auch die Eskalation des Iran-Konflikts. An der Prognose für das bereinigte EBIT und den Jahresüberschuss hält der Konzern fest.
Beim Nettoergebnis peilt Thyssenkrupp weiter einen Gewinn zwischen 400 und 800 Millionen Euro an. Das macht die Lage widersprüchlich: weniger Umsatzdynamik, aber noch keine Abkehr vom Ergebnisziel.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Thyssenkrupp?
An der Börse kam diese Mischung nicht gut an. Die Aktie schloss am Freitag bei 10,55 Euro und verlor 1,91 Prozent; auf 30-Tage-Sicht liegt sie dennoch 19,64 Prozent im Plus. Der Rücksetzer wirkt damit eher wie eine Korrektur nach einer starken Bewegung als wie ein neuer Trendbruch.
Nucera bleibt der Kontrastfall
Die Wasserstoff-Tochter Thyssenkrupp Nucera zeigt den zweiten Konflikt im Konzern. Der Nettoverlust weitete sich auf 64 Millionen Euro aus, nach 3 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Das belastet die Wahrnehmung des Wachstumsgeschäfts.
Der Umsatz brach um 77 Prozent auf 50 Millionen Euro ein. Verantwortlich waren hohe Kosten in laufenden Projekten für grünen Wasserstoff sowie das Ende eines Pilotvertragsprojekts. Damit bleibt die Skalierung teuer.
Auf der anderen Seite steht ein starker Auftragseingang. Er erreichte 316 Millionen Euro und damit den höchsten Wert seit dem Börsengang im Jahr 2023. Getragen wurde das durch Aufträge in grünem Wasserstoff und Chlor-Alkali.
Zu den Projekten zählen ein Elektrolyseurvorhaben für die spanische Moeve mit 300 MW sowie eine Machbarkeitsstudie für ein Projekt in Indien mit 260 MW. Das zeigt: Die Nachfrage ist da, die Profitabilität aber noch nicht.
Parallel treibt der Konzern die Dekarbonisierung industrieller Prozesse voran. Thyssenkrupp Polysius hat Anfang Mai die neue Tochter Calvion gegründet, die Technologien wie Oxyfuel und Lösungen zur CO2-Reduktion bündeln soll.
Der weitere Kurs der Aktie dürfte nun vor allem an zwei Punkten hängen: Stahl muss die operative Erholung stabilisieren, Nucera muss aus Rekordaufträgen belastbare Margen machen. Bis dahin bleibt Thyssenkrupp ein Konzern mit Fortschritten im Ergebnis, aber klaren Baustellen beim Wachstum.
Thyssenkrupp-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Thyssenkrupp-Analyse vom 16. Mai liefert die Antwort:
Die neusten Thyssenkrupp-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Thyssenkrupp-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 16. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Thyssenkrupp: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
