Wenn Importpreise unter die eigenen Produktionskosten fallen, gerät jedes Geschäftsmodell ins Wanken. Genau das passiert Thyssenkrupp im Segment Electrical Steel — und der Konzern reagiert mit einem drastischen Schritt.
Produktionsstopp in Frankreich
Das Werk im französischen Isbergues fährt die Produktion von Juni bis September 2026 vollständig herunter. Rund 600 Mitarbeiter sind betroffen. Dabei läuft die Fertigung dort seit Jahresbeginn bereits nur mit 50-prozentiger Auslastung — ein Zustand, der sich mit dem nun angekündigten Komplettausfall weiter verschärft. Schon zum Jahreswechsel 2025/2026 gab es eine zweiwöchige Unterbrechung, auch in Gelsenkirchen.
Der Hintergrund: Seit 2022 haben sich die Importe von kornorientiertem Elektroband — einem Spezialstahl für Transformatoren, der für die Energiewende unverzichtbar ist — in die EU verdreifacht. Der Konzern spricht selbst von einer „ruinösen Importschwemme“ aus Asien, vor allem aus China. Die Importpreise liegen mittlerweile unter den europäischen Herstellungskosten. Wirtschaftlicher Betrieb ist unter diesen Bedingungen kaum möglich.
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Handelsschutz gefordert, Umbau hängt in der Luft
Die Geschäftsführung von Thyssenkrupp Electrical Steel fordert von der EU-Kommission wirksame Schutzzölle oder strengere Importquoten. Ohne politische Gegenmaßnahmen sieht das Management faire Wettbewerbsbedingungen für europäische Produzenten dauerhaft gefährdet.
Zusätzlich belastet das makroökonomische Umfeld: US-Handelszölle von 25 Prozent auf Metall-Fertigerzeugnisse drücken die Stimmung für die gesamte Branche. Die Aktie notiert mit knapp 7,82 Euro deutlich unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 9,99 Euro — ein Zeichen anhaltend schwachen Momentums.
Beim strategischen Konzernumbau fehlt weiterhin Klarheit. Der Teilverkauf der Stahlsparte an internationale Investoren ist noch nicht abgeschlossen; offen bleibt vor allem die Frage der Pensionsverpflichtungen. Solange diese Lastenverteilung ungeklärt ist, dürfte die Unsicherheit an den Märkten bestehen bleiben.
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