Während die Stahlsparte von Thyssenkrupp weiter im Krisenmodus verharrt, liefert die Marinesparte einen kräftigen Stimmungsimpuls. Heute legte die Aktie um rund sechs Prozent zu — getrieben von konkreten Rüstungsaufträgen, die den Konzern in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen.
TKMS: Milliardenaufträge als Anker
Thyssenkrupp Marine Systems profitiert von einer robusten Auftragslage. Der Haushaltsausschuss des Bundestages billigte im März die Verlängerung eines Vorvertrags zur Beschaffung von vier Fregatten des Typs MEKO A-200 DEU — ein Rahmen von rund 250 Millionen Euro, der TKMS die frühzeitige Materialbeschaffung und Kapazitätssicherung erlaubt. Das erste Schiff soll bis Ende 2029 ausgeliefert werden. Der gesamte Auftragsbestand der Marinesparte beläuft sich auf 18,7 Milliarden Euro — ein solides Fundament, das die seit Oktober 2025 börsennotierte Einheit klar von den Problemen im Mutterkonzern entkoppelt.
Stahl bleibt das Sorgenkind
Die Erholung kaschiert erhebliche strukturelle Belastungen. Die Verkaufsverhandlungen mit Jindal Steel International drohen zu scheitern — Pensionslasten von 2,4 Milliarden Euro, Energiekosten und Investitionsbedarf machen eine Einigung offenbar zunehmend unwahrscheinlich. Ein formeller Abbruch gilt intern als realistisches Szenario.
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Zusätzlich pausiert Thyssenkrupp Electrical Steel ab Juni die Produktion im französischen Werk Isbergues vollständig, rund 600 Beschäftigte sind betroffen. Billigimporte aus Asien machen das Werk unwirtschaftlich. Die EU hat zwar reagiert — mit einer Kürzung der Importquoten um 47 Prozent und einer Verdoppelung des Schutzzolls auf 50 Prozent — doch diese Maßnahmen greifen frühestens ab dem 1. Juli 2026.
Auch die Wasserstofftochter Nucera belastet das Bild: Mitte März korrigierte das Unternehmen seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr deutlich nach unten. Statt eines ausgeglichenen Ergebnisses erwartet Nucera nun einen operativen Verlust zwischen 30 und 80 Millionen Euro — verursacht durch Nachbesserungskosten an ausgelieferten Modulen und die Auflösung eines US-Pilotanlagenvertrags.
Der heutige Kursanstieg auf knapp 8 Euro lässt sich kaum als Trendwende lesen: Auf Jahressicht liegt die Aktie noch immer rund 20 Prozent im Minus, der Abstand zum 52-Wochen-Hoch bei 13,24 Euro beträgt fast 40 Prozent. Am 12. Mai legt Thyssenkrupp den Halbjahresbericht vor — dann dürfte sich zeigen, ob die Stahl- und Materials-Services-Verhandlungen konkrete Konturen annehmen oder weiter im Ungefähren bleiben.
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