Startseite » DAX » Thyssenkrupp Aktie: Nucera-Schock mit 30 Millionen Belastung

Thyssenkrupp Aktie: Nucera-Schock mit 30 Millionen Belastung

Thyssenkrupp verfehlt beim bereinigten EBIT die Analystenprognose, trotz Umsatzplus. Konzern hält an angehobener Jahresprognose fest und erhält EU-Zusage für Green-Steel-Förderung.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Kursverlust von 4,6 Prozent
  • EBIT verfehlt Analystenerwartungen
  • Nucera streicht SOEC-Serienfertigung
  • EU genehmigt Green-Steel-Förderung

Die Thyssenkrupp-Aktie hat gestern (Dienstag) mit einem Kursrückgang von 4,6 Prozent auf 13,27 Euro reagiert, nachdem der Konzern am Vortag Quartalszahlen vorgelegt hatte, die bei einer zentralen Kennziffer hinter den Erwartungen zurückblieben. Der Rücksetzer kam trotz eines soliden Umsatzwachstums zustande – ein Zeichen dafür, wie genau der Markt derzeit auf die Ertragsqualität des Konzerns schaut.

Q3-Zahlen mit Licht und Schatten

Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 stieg der Umsatz um 8 Prozent auf 8,8 Milliarden Euro. Das bereinigte EBIT wuchs um 18 Prozent auf 183 Millionen Euro – wuchs also deutlich, verfehlte aber die Analystenschätzung von 207 Millionen Euro klar. Genau diese Lücke zwischen Wachstum und Erwartung dürfte den Kursrutsch erklären: Anleger goutieren zwar steigende Erlöse, honorieren aber keine Margenschwäche.

Zusätzlichen Gegenwind lieferte die Tochter Thyssenkrupp Nucera, die ihre Pläne für eine Serienfertigung der Hochtemperatur-Elektrolyse (SOEC) aufgegeben hat. Der Schritt geht mit einer gesenkten Prognose für 2026 und einer Einmalbelastung von 30 Millionen Euro einher. Für den Wasserstoff-Ausrüster ist das ein Dämpfer, der die Wachstumsstory der Sparte zumindest kurzfristig eintrübt.

Konzernprognose bleibt trotzdem robust

Unabhängig vom Kursrutsch hält der Konzern an der vor rund einer Woche angehobenen Ergebnisprognose fest: Das untere Ende der Spanne für das bereinigte EBIT im laufenden Geschäftsjahr wurde auf 600 bis 900 Millionen Euro angehoben, zuvor lag die Untergrenze bei 500 Millionen Euro.

Die Prognose für das Nettoergebnis wurde auf minus 700 bis minus 400 Millionen Euro eingeengt. Diese Zahlen stammen aus der Unternehmensmitteilung vom 13. August und bilden weiterhin den Orientierungsrahmen für das Gesamtjahr.

Parallel dazu hat die EU-Kommission laut Reuters einen geänderten Förderrahmen für das 3-Milliarden-Euro-Green-Steel-Projekt in Duisburg genehmigt. Staatliche Beihilfen bleiben demnach zulässig, obwohl der Konzern vorläufig auf eine direkte Wasserstoff-Koppelung verzichtet – ein wichtiges Signal für die Finanzierbarkeit der Dekarbonisierung der Stahlsparte.

Regulatorik und operative Fortschritte im Blick

Im Aufzugsgeschäft sorgt ein anderes Thema für Unsicherheit: Das US-Justizministerium prüft die geplante Übernahme von TK Elevator, dem früheren Thyssenkrupp Elevator, durch den Wettbewerber Kone. Ein Ausgang der kartellrechtlichen Prüfung steht noch aus und dürfte die Bewertung der ausgegliederten Aufzugssparte weiter beeinflussen.

Auf operativer Ebene setzt der Konzern derweil auf Investitionen in erneuerbare Energien: Thyssenkrupp Rasselstein hat einen 20-jährigen Stromabnahmevertrag mit VSB Integrated Energy Solutions geschlossen, um am Standort Andernach eine Photovoltaik-Anlage zu errichten – ein Baustein für die langfristige Kostensenkung bei Energie, einem der zentralen Belastungsfaktoren der Sparte.

Trotz des jüngsten Rücksetzers notiert die Aktie mit einem Kursanstieg von 42 Prozent seit Jahresbeginn und 51 Prozent auf Zwölfmonatssicht weiterhin deutlich im Plus. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 14,05 Euro beträgt nur 5,6 Prozent, während der Titel gut 13 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 11,75 Euro liegt.

Anleger dürften den für September angekündigten Capital Market Day der Stahlsparte Steel Europe als nächsten wichtigen Termin im Blick behalten, um Klarheit über die operative Entwicklung nach dem enttäuschenden Quartal zu erhalten.

Anzeige

Thyssenkrupp-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Thyssenkrupp-Analyse vom 19. August liefert die Antwort:

Die neusten Thyssenkrupp-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Thyssenkrupp-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 19. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Thyssenkrupp: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Thyssenkrupp

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.