Der norwegische Staatsfonds kauft im großen Stil Thyssenkrupp-Aktien. Norges Bank meldet eine aufgestockte Position von nun 3,50 Prozent. Das ist ein klares Vertrauenssignal eines Großinvestors. An der Börse verpufft die Nachricht allerdings komplett.
Das norwegische Finanzministerium hat seine Beteiligung an dem Essener Industriekonzern gezielt ausgebaut. Zuvor lag der Anteil bei 3,10 Prozent. Die neuen Stimmrechte setzen sich überwiegend aus direkten Aktienkäufen zusammen. Ein kleiner Teil läuft über Finanzinstrumente.
Damit festigt Norwegen seine Rolle im Aktionärskreis. Thyssenkrupp zählt insgesamt rund 200.000 Anteilseigner. Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung dominiert weiterhin mit rund 21 Prozent der Stimmrechte. Der restliche Streubesitz liegt bei knapp 79 Prozent.
Schwache Kurse trotz Großinvestor
Die Kursentwicklung erzählt derweil eine andere Geschichte. Am Mittwoch rutscht die Thyssenkrupp-Aktie auf 10,43 Euro ab. Das entspricht einem Tagesverlust von knapp drei Prozent. Auf Monatssicht steht ein Minus von fast acht Prozent auf der Anzeigetafel.
Die Folge: Der Kurs fällt unter die 50-Tage-Linie. Diese verläuft aktuell bei 10,48 Euro. Der kurzfristige Abwärtsdruck ist offensichtlich.
Langfristig sieht das Bild etwas freundlicher aus. Seit Jahresbeginn behauptet das Papier ein Plus von knapp acht Prozent. Der 200-Tage-Durchschnitt bei 10,03 Euro stützt den Kurs weiterhin.
Blick auf die Zahlenbögen
Operativ müssen nun neue Impulse her. Am 13. August präsentiert Thyssenkrupp die Zahlen für die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres. Ein begleitender Conference Call mit Analysten steht ebenfalls auf der Agenda. An diesem Tag entscheidet sich, ob die operative Realität den Optimismus der Norweger rechtfertigt.
