Thyssenkrupp kauft sich in Mexiko ein — und das zu einem Zeitpunkt, der kaum günstiger sein könnte. Mit der Mehrheitsbeteiligung an Aceroteca Trading in Santa Catarina bei Monterrey positioniert sich der Konzern mitten im wachsenden Nearshoring-Boom Nordamerikas.
Flachstahl trifft Wachstumsmarkt
Aceroteca betreibt ein Verarbeitungs- und Servicezentrum für Kohlenstoff-Flachstahl und beliefert Kunden aus den Bereichen Heizung, Kühlung und Energieübertragung. Thyssenkrupp erhält damit eine skalierbare Plattform in einer Region, in der viele Unternehmen ihre Lieferketten gerade neu ausrichten. CEO Heather Wijdekop betonte, die Transaktion stärke die Fähigkeit, auf lokalisierte Produktions- und Vertriebsanforderungen zu reagieren. Aceroteca-Gründer Héctor Morales bleibt als CEO an Bord und hält einen Minderheitsanteil — ein Signal für Kontinuität.
Die erworbene Infrastruktur beschränkt sich nicht auf das aktuelle Produktsortiment. Thyssenkrupp sieht Potenzial für eine Ausweitung auf weitere Segmente, ohne konkrete Zeitpläne zu nennen.
Stahlverkauf stockt, Brüssel hilft
Während der Mexiko-Deal rund läuft, hakt es anderswo. Die geplante Veräußerung der Stahlsparte an Jindal Steel International kommt nicht voran. Aufsichtsratsvize Jürgen Kerner machte intern klar, dass sich die Gespräche nicht über Monate hinziehen dürften. Kernstreitpunkte: die Finanzierung der Sparte im schwierigen Marktumfeld und die Investitionen, die Thyssenkrupp vor einem Verkauf noch stemmen müsste.
Strukturelle Entlastung könnte aus Brüssel kommen. Das Europäische Parlament und der Rat einigten sich am 13. April auf neue Schutzmaßnahmen für die EU-Stahlindustrie: zollfreie Importe sinken um 47 Prozent gegenüber 2024 auf ein Jahresvolumen von 18,3 Millionen Tonnen, darüber hinausgehende Mengen werden ab Juli 2026 mit 50 Prozent Zoll belegt.
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Ferner erhielt die Industriesparte Thyssenkrupp Uhde einen Auftrag von POSCO E&C in Südkorea — Planung und Lieferung einer emissionsarmen Koksofenbatterie mit der hauseigenen EnviBAT®-Technologie.
Kurs erholt, aber Abstand zum Hoch bleibt groß
Die Aktie notiert aktuell bei 8,69 Euro, rund 12 Prozent unterhalb ihres 200-Tage-Durchschnitts von 9,91 Euro. Auf Monatssicht hat das Papier immerhin 11,6 Prozent zugelegt — der Boden bei 7,15 Euro vom 30. März scheint vorerst gehalten zu haben.
Am 12. Mai legt Thyssenkrupp den Halbjahresbericht für das erste Halbjahr 2025/2026 vor. Bis dahin dürfte vor allem die Frage, wie es mit dem Stahl-Deal weitergeht, die Kursdiskussion bestimmen.
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