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Thyssenkrupp Aktie: Mangelnde Stabilität erkannt?

Der Industriekonzern befindet sich in einer Kommunikationssperre, während gleichzeitig ein Milliarden-U-Boot-Auftrag, der Börsengang der Aufzugssparte und neue EU-Stahlzölle anstehen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Deadline für kanadischen U-Boot-Auftrag Ende April
  • Börsengang von TK Elevator mit 25 Mrd. Euro Bewertung
  • EU verschärft Schutzmaßnahmen für Stahlmarkt
  • Aktie notiert deutlich unter Jahresanfangsniveau

Thyssenkrupp tritt heute in die offizielle Quiet Period ein. Bis zur Vorlage der Halbjahreszahlen am 12. Mai äußert sich das Management nicht mehr zur Geschäftsentwicklung. Ausgerechnet jetzt bündeln sich gleich drei strategische Großbaustellen zu einem kritischen Zeitfenster.

Rüstungsauftrag unter Zeitdruck

Das drängendste Thema liegt im Marinegeschäft. Bis zum 29. April muss die Tochtergesellschaft TKMS in Kanada verbindliche Industriepartnerschaften nachweisen. Es geht um das neue U-Boot-Programm der Regierung und ein Volumen von rund 37 Milliarden Euro. Zuletzt hatte Ottawa die Entwürfe aus Kiel zurückgewiesen und mehr lokale Wertschöpfung gefordert.

Um den Auftrag nicht an südkoreanische Konkurrenten zu verlieren, hat TKMS eilig nachgebessert. Das Unternehmen schmiedete Kooperationen mit den kanadischen Rüstungsfirmen CAE und Magellan Aerospace. Für die Batterien der U-Boote sichert ein Vertrag mit dem Rohstoffförderer E3 Lithium den lokalen Zugriff. Scheitert der Nachweis, verliert Thyssenkrupp den Status als bevorzugter Lieferant.

Optionen für die Aufzugstochter

Parallel dazu treiben die Finanzinvestoren Advent und Cinven die Verwertung der ehemaligen Aufzugstochter TK Elevator voran. Für einen geplanten Börsengang haben die Eigentümer ein Bankenkonsortium um Goldman Sachs und die Deutsche Bank mandatiert. Eine Bewertung von 25 Milliarden Euro steht im Raum.

Thyssenkrupp hält noch gut 16 Prozent der Anteile. Ein Verkauf über die Börse spült dem Konzern im Idealfall rund vier Milliarden Euro in die Kasse. Wegen der jüngsten Marktschwankungen prüfen die Hauptaktionäre laut Insidern inzwischen auch einen Direktverkauf. Eine Übernahme durch Konkurrenten wie Kone birgt allerdings hohe kartellrechtliche Risiken.

Politische Flankierung im Stahlgeschäft

Im Kerngeschäft Stahl zeichnet sich indes Unterstützung ab. Die Europäische Union kürzt die zollfreien Importquoten massiv und verdoppelt die Strafzölle bei Verstößen auf 50 Prozent. Diese neuen Regeln könnten ab Juli greifen und den Preisdruck durch asiatische Überkapazitäten spürbar mindern.

An der Börse wird die Gemengelage mit Vorsicht gehandelt. Die Thyssenkrupp-Aktie schloss am Dienstag bei 8,93 Euro und notiert damit knapp acht Prozent unter dem Niveau vom Jahresanfang. Mit einer 30-Tage-Volatilität von über 60 Prozent preist der Markt derzeit deutliche Kursschwankungen ein.

Analysten bewerten die Lage entsprechend unterschiedlich. Während Barclays das Kursziel auf 9,00 Euro senkte und vor schwacher Nachfrage warnt, sieht Jefferies die Restrukturierung auf Kurs und hält an einem Ziel von 13,00 Euro fest.

Die erste konkrete Bestandsaufnahme liefert der Konzern in knapp drei Wochen. Am 12. Mai veröffentlicht Thyssenkrupp den Halbjahresbericht und bricht damit die aktuelle Kommunikationssperre des Vorstands.

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