Thyssenkrupp Steel hat die Hochofenanlage Schwelgern 2 im Duisburger Werk Ende August für eine planmäßige, rund sechswöchige Wartung vom Netz genommen. Die Maßnahme soll laut Unternehmensangaben die Stabilität der Roheisenproduktion verbessern. Ein Störfall oder ein ungeplanter Ausfall liegt nicht vor – es handelt sich um eine turnusmäßige Reparatur, die planmäßig in einigen Wochen enden soll.
Aktie behauptet sich nahe Jahreshoch
Der Kurs der Thyssenkrupp-Aktie notiert aktuell bei 15,33 Euro und damit nur knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von 15,79 Euro, das am 8. September markiert wurde. Der Abstand zum Rekordniveau beträgt lediglich 2,9 Prozent. Der Wartungsstillstand in Duisburg hat den Aufwärtstrend der vergangenen Wochen bislang nicht gebremst – ein Hinweis darauf, dass der Markt die Maßnahme als reguläre Instandhaltung und nicht als operatives Risiko einstuft.
Der langfristige Trend bleibt intakt: Binnen zwölf Monaten hat sich der Kurs um 50 Prozent verteuert, seit Jahresbeginn steht ein Plus von 65 Prozent zu Buche. Die Aktie notiert damit auch deutlich über ihren gleitenden Durchschnitten der vergangenen 100 und 200 Handelstage, was die anhaltende Stärke der jüngsten Rally unterstreicht.
Stahlsparte im Fokus
Die temporäre Stilllegung von Schwelgern 2 fällt in eine Phase, in der Thyssenkrupp Steel parallel an Gesprächen zu grünem Stahl arbeitet. Für Anleger ist die Wartung vor allem als Signal für die Kapazitätsplanung der Sparte relevant: Eine stabilere Roheisenproduktion soll die Basis für die geplante Transformation der Stahlerzeugung legen, die im Konzern seit längerem im Zentrum der strategischen Debatte steht.
Sektorweit meldeten Marktbeobachter zuletzt einen Rückgang der Stahlproduktion, ohne dass daraus ein unmittelbar unternehmensspezifischer Belastungsfaktor für Thyssenkrupp abgeleitet wurde. Die Duisburger Wartung reiht sich damit eher in den operativen Alltag der Sparte ein als in eine neue Problemlage.
Bewertung bleibt angespannt
Mit einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von 47 Prozent bleibt die Aktie ein Papier mit ausgeprägten Kursschwankungen. Der Relative-Stärke-Index von 66,2 signalisiert zudem, dass der jüngste Anstieg den Titel technisch bereits in überkaufte Gefilde geführt hat.
Anleger, die auf eine baldige Fortsetzung der Rally setzen, sollten daher auch eine Verschnaufpause einkalkulieren – zumal die Wartung in Schwelgern erst in den kommenden Wochen abgeschlossen sein dürfte und der Markt das Produktionsniveau danach neu bewerten wird.
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