Thyssenkrupp trennt sich schneller vom klassischen Stahlgeschäft als geplant. Der Essener Konzern verkürzt seinen Liefervertrag mit dem Duisburger Stahlwerk HKM um vier Jahre. Parallel dazu rückt die Marinesparte mit neuen Großaufträgen ins Rampenlicht der Anleger.
HKM-Ausstieg kommt früher als gedacht
Die Salzgitter AG übernimmt sämtliche Anteile an den Hüttenwerken Krupp Mannesmann. Verkäufer sind Thyssenkrupp Steel Europe und Vallourec. Für Thyssenkrupp bedeutet der Verkauf weniger Komplexität im Stahlbereich.
Entscheidend ist die Anpassung beim Liefervertrag. Ursprünglich sollte er bis 2032 laufen. Jetzt endet er bereits 2028 — vier Jahre früher als geplant.
Salzgitter will kräftig in HKM investieren. Ein neuer Elektrolichtbogenofen soll die CO2-Emissionen am Standort um bis zu 90 Prozent senken. Die Belegschaft schrumpft im Zuge der Umstellung von aktuell 3.000 auf rund 1.000 Stellen bis Ende 2028.
Marinesparte liefert neue Impulse
Während sich Thyssenkrupp vom klassischen Stahlgeschäft löst, gewinnt die Sparte Marine Systems an Gewicht. Der Bau von vier Fregatten für die Deutsche Marine ist bereits genehmigt. Aktuelle Berichte deuten zudem auf einen möglichen U-Boot-Auftrag aus Kanada hin.
Die Aktionäre haben der geplanten Abspaltung der Marinesparte bereits zugestimmt. Das ebnet den Weg für eine eigenständige Aufstellung oder mögliche Partnerschaften. Steigende NATO-Verteidigungsausgaben stützen die Bewertung — die Sparte gilt konzernintern als einer der stabilsten Gewinnbringer.
Kurs zeigt Stärke, Volatilität bleibt hoch
Die Aktie schloss am Freitag bei 11,55 Euro, ein Plus von 1,99 Prozent. Seit Jahresbeginn steht damit ein Kursgewinn von 19,42 Prozent zu Buche. Die Marktkapitalisierung liegt aktuell bei 7,16 Milliarden Euro.
Technisch bleibt der Titel intakt. Der Kurs notiert 5,02 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt und 15,96 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt von 9,96 Euro. Mit einem RSI von 55,3 bewegt sich die Aktie in neutralem Terrain — weder überkauft noch überverkauft.
Auf Wochensicht zeigt sich allerdings ein anderes Bild: Binnen sieben Tagen verlor das Papier 3,43 Prozent. Zum bisherigen 52-Wochen-Hoch von 13,24 Euro fehlen noch 12,80 Prozent. Die annualisierte Volatilität von knapp 52 Prozent signalisiert, dass größere Kursausschläge weiterhin wahrscheinlich sind.
Für die kommende Woche richtet sich der Blick auf zwei Baustellen: die Finanzierung des grünen Umbaus bei Thyssenkrupp Steel und den Fortgang der TKMS-Verselbstständigung. Der vorgezogene HKM-Ausstieg zeigt, dass das Management beim Stahlumbau aufs Tempo drückt.
Thyssenkrupp-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Thyssenkrupp-Analyse vom 11. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Thyssenkrupp-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Thyssenkrupp-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 11. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Thyssenkrupp: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
