Heute entscheidet sich in Kanada einer der größten Marineaufträge der letzten Jahre. Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) konkurriert mit dem südkoreanischen Rivalen Hanwha Ocean um den Bau von zwölf U-Booten für die kanadische Marine. Die Entscheidung fällt nur einen Tag vor dem NATO-Gipfel in der Türkei.
Entscheidung in Halifax: Zwölf U-Boote im Fokus
Premierminister Mark Carney verkündet die Entscheidung heute in Halifax, Nova Scotia. Das bestätigen internationale Medien wie ABC News und die Globe and Mail. Das Projekt trägt den Namen Canadian Patrol Submarine Project. Es umfasst zwölf konventionelle, diesel-elektrische U-Boote.
Inklusive eines 30-jährigen Wartungszeitraums schätzen Experten das Gesamtvolumen auf bis zu 60 Billionen südkoreanische Won.
Für Thyssenkrupp steht viel auf dem Spiel. Ein Zuschlag würde die internationale Marktposition im Marineschiffbau massiv ausbauen. Das deutsch-norwegische Angebot tritt gegen Hanwha Ocean an. Die Aktie des südkoreanischen Rivalen legte am Montag an der Heimatbörse bereits um 6,92 Prozent zu – ein Zeichen für die Erwartungshaltung der Investoren.
Rückenwind durch deutschen Verteidigungshaushalt
Parallel zur Entscheidung in Kanada gibt es Rückenwind aus Berlin. Das Bundeskabinett verabschiedete heute den Haushaltsentwurf für 2027. Finanzminister Klingbeil verteidigte darin eine massive Aufstockung des Verteidigungsetats auf 109,7 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von rund 33 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Nicht alle Programme profitieren. Das Fregattenprogramm F126 fällt der Streichung zum Opfer. Partner Thales warnt bereits vor den Folgen. Die langfristige Budgetplanung stützt dennoch den Bedarf an maritimen Systemen.
Bis 2030 sollen die Verteidigungsausgaben auf bis zu 183,7 Milliarden Euro steigen. Das erhöht die Planungssicherheit für Unternehmen wie TKMS.
Kursentwicklung: Nervosität vor der Entscheidung
Die Thyssenkrupp-Aktie schloss am Freitag bei 11,96 Euro. Das Papier zeigt in den vergangenen Tagen große Stärke.
Innerhalb einer Woche legte der Kurs um 17,14 Prozent zu. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 23,66 Prozent zu Buche.
Wichtige Kurskennzahlen:
– Schlusskurs: 11,96 €
– 52-Wochen-Hoch: 13,24 € (Abstand: -9,70 %)
– 50-Tage-Durchschnitt: 10,75 €
– RSI (14 Tage): 63,9 – neutral bis leicht überkauft
Der Kurs notiert deutlich über dem 200-Tage-Durchschnitt von 9,99 Euro. Das entspricht einem Aufschlag von 19,73 Prozent. Die Volatilität bleibt mit 49,83 Prozent hoch. Sie spiegelt die Nervosität der Anleger vor der Entscheidung in Kanada.
Ausblick: Meilenstein für TKMS
Ein Zuschlag für die kanadischen U-Boote wäre ein Meilenstein. Er würde die geplante Verselbstständigung von TKMS entscheidend voranbringen. Die Auftragsbücher wären für Jahrzehnte gefüllt. Zusätzlich würde die Bewertung der Marinesparte bei einem möglichen Verkauf oder Teilbörsengang deutlich steigen.
Kanada dürfte den bevorzugten Bieter noch heute benennen. Bis dahin bleibt der Ausgang zwischen TKMS und Hanwha Ocean offen.
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