Während das klassische Stahlgeschäft unter Importdruck leidet, meldet Thyssenkrupp auf gleich zwei Feldern Fortschritte: ein Großauftrag aus Südkorea und ein Messeauftritt mit Wasserstoff-Stählen zeigen, wohin der Konzern seine Zukunft lenkt.
Uhde punktet bei POSCO
Thyssenkrupp Uhde hat von POSCO E&C den Auftrag erhalten, eine neue emissionsarme Koksofenbatterie für das Stahlwerk in Pohang zu planen und zu liefern. Herzstück ist die proprietäre EnviBAT®-Technologie, die Emissionen während des Verkokungsprozesses deutlich reduziert. Das System ist weltweit bereits in mehr als 30 Batterien und über 2.100 Öfen im Einsatz — kein unbeschriebenes Blatt also.
Der Auftrag umfasst zudem eine neue MonoClaus®-Anlage sowie eine emissionsfreie Teerabscheideanlage. Die Zusammenarbeit zwischen Uhde und POSCO reicht bis in die 1970er-Jahre zurück. Der aktuelle Auftrag ist Teil eines umfassenden Modernisierungsprogramms, mit dem POSCO veraltete Anlagen aus den 1980er-Jahren durch emissionsärmere Systeme ersetzt.
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Wasserstoff-Stähle auf der Tube 2026
Vom 13. bis 17. April präsentiert sich Thyssenkrupp auf der Tube in Düsseldorf — der weltweit wichtigsten Messe der Rohrindustrie. Im Mittelpunkt stehen H2-optimierte Stähle, die speziell für den Transport von Wasserstoff und Wasserstoffgemischen ausgelegt sind. Eigenschaften wie Beständigkeit gegenüber Wasserstoffversprödung und hohe Ermüdungsfestigkeit machen sie für den Pipelinebau relevant. Ergänzend präsentiert der Konzern sein bluemint® Steel-Portfolio, das Kunden bei der Reduktion ihrer CO₂-Emissionen entlang der Stahlwertschöpfungskette unterstützen soll.
Im Hintergrund läuft unterdessen das ambitionierteste Dekarbonisierungsprojekt des Konzerns: Seit Februar 2026 baut SMS in Duisburg den ersten Direktreduktionsturm. Die Anlage soll 2,5 Millionen Tonnen direkt reduziertes Eisen pro Jahr produzieren und bis zu 3,5 Millionen Tonnen CO₂ einsparen. Bis 2030 will Thyssenkrupp Steel mindestens 30 Prozent seiner Emissionen reduzieren, bis 2045 soll die Produktion vollständig klimaneutral sein.
Kurs erholt sich — aber das Bild bleibt zweigeteilt
An der Börse zeigt die Aktie nach einer schwachen Phase erste Erholungsansätze. Seit Jahresbeginn steht jedoch ein Minus von rund 14 Prozent zu Buche, und der Kurs notiert mit gut 16 Prozent Abstand unterhalb seines 200-Tage-Durchschnitts. Das Gesamtbild des Konzerns bleibt damit gespalten: Technologiesparten wie Uhde liefern internationale Referenzprojekte, während das klassische Stahlgeschäft strukturell unter Druck steht. Ob die laufende Transformation das Verhältnis mittelfristig verschiebt, wird sich spätestens mit dem Hochlauf der Duisburger Direktreduktionsanlage zeigen.
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