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Thyssenkrupp Aktie: Grünstahl im Fokus

Thyssenkrupp meldet Fortschritte bei grünen Technologien mit einem bedeutenden Auftrag von POSCO und der Präsentation von H2-optimierten Stählen auf der Tube-Messe.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Großauftrag für emissionsarme Koksofen-Technologie
  • Präsentation von wasserstoffbeständigen Stählen
  • Ambitionierte Dekarbonisierungsziele bis 2045
  • Aktienkurs zeigt erste Erholungsansätze

Während das klassische Stahlgeschäft unter Importdruck leidet, meldet Thyssenkrupp auf gleich zwei Feldern Fortschritte: ein Großauftrag aus Südkorea und ein Messeauftritt mit Wasserstoff-Stählen zeigen, wohin der Konzern seine Zukunft lenkt.

Uhde punktet bei POSCO

Thyssenkrupp Uhde hat von POSCO E&C den Auftrag erhalten, eine neue emissionsarme Koksofenbatterie für das Stahlwerk in Pohang zu planen und zu liefern. Herzstück ist die proprietäre EnviBAT®-Technologie, die Emissionen während des Verkokungsprozesses deutlich reduziert. Das System ist weltweit bereits in mehr als 30 Batterien und über 2.100 Öfen im Einsatz — kein unbeschriebenes Blatt also.

Der Auftrag umfasst zudem eine neue MonoClaus®-Anlage sowie eine emissionsfreie Teerabscheideanlage. Die Zusammenarbeit zwischen Uhde und POSCO reicht bis in die 1970er-Jahre zurück. Der aktuelle Auftrag ist Teil eines umfassenden Modernisierungsprogramms, mit dem POSCO veraltete Anlagen aus den 1980er-Jahren durch emissionsärmere Systeme ersetzt.

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Wasserstoff-Stähle auf der Tube 2026

Vom 13. bis 17. April präsentiert sich Thyssenkrupp auf der Tube in Düsseldorf — der weltweit wichtigsten Messe der Rohrindustrie. Im Mittelpunkt stehen H2-optimierte Stähle, die speziell für den Transport von Wasserstoff und Wasserstoffgemischen ausgelegt sind. Eigenschaften wie Beständigkeit gegenüber Wasserstoffversprödung und hohe Ermüdungsfestigkeit machen sie für den Pipelinebau relevant. Ergänzend präsentiert der Konzern sein bluemint® Steel-Portfolio, das Kunden bei der Reduktion ihrer CO₂-Emissionen entlang der Stahlwertschöpfungskette unterstützen soll.

Im Hintergrund läuft unterdessen das ambitionierteste Dekarbonisierungsprojekt des Konzerns: Seit Februar 2026 baut SMS in Duisburg den ersten Direktreduktionsturm. Die Anlage soll 2,5 Millionen Tonnen direkt reduziertes Eisen pro Jahr produzieren und bis zu 3,5 Millionen Tonnen CO₂ einsparen. Bis 2030 will Thyssenkrupp Steel mindestens 30 Prozent seiner Emissionen reduzieren, bis 2045 soll die Produktion vollständig klimaneutral sein.

Kurs erholt sich — aber das Bild bleibt zweigeteilt

An der Börse zeigt die Aktie nach einer schwachen Phase erste Erholungsansätze. Seit Jahresbeginn steht jedoch ein Minus von rund 14 Prozent zu Buche, und der Kurs notiert mit gut 16 Prozent Abstand unterhalb seines 200-Tage-Durchschnitts. Das Gesamtbild des Konzerns bleibt damit gespalten: Technologiesparten wie Uhde liefern internationale Referenzprojekte, während das klassische Stahlgeschäft strukturell unter Druck steht. Ob die laufende Transformation das Verhältnis mittelfristig verschiebt, wird sich spätestens mit dem Hochlauf der Duisburger Direktreduktionsanlage zeigen.

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Diskussion zu Thyssenkrupp

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.