Während die Diskussion um das Stahlgeschäft nicht abreißt, liefern die Technologiesparten von Thyssenkrupp dieser Tage gleich mehrere handfeste Nachrichten. Ein Großauftrag aus Südkorea, ein Messeauftritt mit Wasserstoff-Stählen und ein abgeschlossener Unternehmensverkauf — der Konzern sendet Signale, die über das krisengeplagte Kerngeschäft hinausweisen.
Südkorea-Auftrag für emissionsärmere Stahlproduktion
Der konkreteste Impuls kommt von Thyssenkrupp Uhde. POSCO E&C hat die Tochtergesellschaft mit Planung und Lieferung einer neuen Koksofenbatterie für das POSCO-Stahlwerk in Pohang beauftragt. Die Anlage ersetzt eine bestehende Batterie aus den 1980er-Jahren und integriert Uhdes proprietäre EnviBAT®-Technologie — ein System zur kontinuierlichen Druckregelung im Verkokungsprozess, das Emissionen senkt und den Rohstoffeinsatz optimiert. Weltweit ist die Technologie bereits in mehr als 30 Batterien und über 2.100 Öfen im Einsatz. Die Partnerschaft zwischen Uhde und POSCO besteht seit den 1970er-Jahren; der aktuelle Auftrag ist Teil eines umfassenderen Modernisierungsprogramms des südkoreanischen Stahlriesen.
Parallel dazu präsentiert Thyssenkrupp auf der Tube-Messe in Düsseldorf (13. bis 17. April) spezialisierte Stahlprodukte für die Energiewende. Im Mittelpunkt stehen H₂-optimierte Stähle, die gezielt auf Beständigkeit gegenüber Wasserstoffversprödung und hohe Ermüdungsfestigkeit ausgelegt sind — gedacht für den sicheren Betrieb von Wasserstoffpipelines. Ergänzt wird das Angebot durch das CO₂-reduzierte Sortiment bluemint® Steel.
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Portfoliobereinigung und milliardenschwere Optionen
Auf der Unternehmensebene wurde Anfang April ein weiterer Schritt vollzogen: Der Verkauf der Automation Engineering-Einheit an Agile Robots SE ist abgeschlossen. Rund 650 Mitarbeiter und zehn Standorte in Europa und Nordamerika wechselten den Eigentümer; das Geschäft läuft nun unter dem Namen „Krause Automation“. Für Thyssenkrupp Automotive Technology bedeutet das eine Schärfung auf vier Kernbereiche: Fahrwerksysteme, Komponenten, Aftermarket und Schmiedegeschäft.
Im Hintergrund läuft seit Februar 2026 der Bau des ersten Direktreduktionsturms in Duisburg — mit einer geplanten Kapazität von 2,5 Millionen Tonnen direkt reduziertem Eisen pro Jahr und einem CO₂-Einsparpotenzial von bis zu 3,5 Millionen Tonnen.
Für den Kurs werden in den nächsten Monaten zwei Ereignisse entscheidend sein. Der Halbjahresbericht im Mai und eine erwartete EU-Entscheidung zu Stahlzöllen könnten kurzfristige Impulse setzen. Mittelfristig bleibt ein möglicher Börsengang von TK Elevator in der zweiten Jahreshälfte 2026 die größte Variable: Die Haupteigentümer prüfen eine Bewertung von bis zu 25 Milliarden Euro. Thyssenkrupps verbleibender Anteil von 16,2 Prozent könnte bei einer Transaktion erheblichen Kapitalzufluss generieren — Mittel, die direkt in die grüne Stahlproduktion und den Schuldenabbau fließen sollen.
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