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Thyssenkrupp Aktie: Gespaltenes Bild

Der Konzern glänzt mit Wasserstofftechnologien und internationalen Aufträgen, während chinesische Importe das klassische Stahlgeschäft unter Druck setzen. Drei Ereignisse könnten den Aktienkurs beeinflussen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Wasserstoff-Stähle und Angola-Auftrag als Wachstumstreiber
  • Chinesische Importe führen zu Werksschließungen in Europa
  • Aktie notiert deutlich unter 200-Tage-Durchschnitt
  • TK-Elevator-Verkauf könnte Kapitalzufluss bringen

Grüne Technologie, internationale Aufträge — und gleichzeitig Werksschließungen. Thyssenkrupp präsentiert sich auf der Tube 2026 in Düsseldorf als Vorreiter der Wasserstoffinfrastruktur. Die operative Realität im Stahlgeschäft erzählt eine andere Geschichte.

Wasserstoff und Angola: Die Technologiesparte glänzt

Auf der weltweit bedeutendsten Rohr-Fachmesse zeigt Thyssenkrupp Steel H₂-optimierte Stähle, die gezielt für den Transport von Wasserstoff und Wasserstoffgemischen entwickelt wurden. Die Werkstoffe vereinen hohe Festigkeit mit guter Schweißbarkeit — Grundvoraussetzungen für langlebige Pipelinenetze.

Parallel dazu liefert das Unternehmen erstmals rund 1.000 Tonnen des CO₂-reduzierten bluemint® Steel für ein Wasserinfrastrukturprojekt in Angola. In Duisburg läuft derweil der Bau einer Direktreduktionsanlage, die ab 2030 jährlich bis zu 3,5 Millionen Tonnen CO₂ einsparen soll — gefördert von Bund und Land NRW.

Die Technologiesparte Uhde sicherte sich zudem einen Auftrag von POSCO E&C für eine neue Koksofenbatterie im südkoreanischen Pohang, inklusive der hauseigenen EnviBAT®-Technologie zur Emissionsreduzierung.

Chinesische Importe treffen das Kerngeschäft

Das klassische Stahlgeschäft steht unter erheblichem Druck. Kornorientiertes Elektroband — ein Schlüsselmaterial für Transformatoren und Stromnetze — wird zunehmend von chinesischen Exporten verdrängt. Seit 2022 haben sich die Importe verdreifacht, 2025 stiegen sie nochmals um 50 Prozent.

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Die Folge: temporäre Produktionsstilllegungen in Gelsenkirchen und im französischen Isbergues, rund 1.200 betroffene Mitarbeiter, und eine geplante Schließung des Werks Isbergues ab Juni. Das EU-Parlament diskutiert Importquoten und verdoppelte Schutzzölle — doch selbst bei einem positiven Beschluss träten Maßnahmen frühestens zum 1. Juli 2026 in Kraft. Zu spät für die betroffenen Standorte.

Drei Ereignisse mit Kurspotenzial

Die Aktie notiert mit rund 8,43 Euro deutlich unterhalb des 200-Tage-Durchschnitts von knapp 9,94 Euro. Drei konkrete Entwicklungen könnten den weiteren Verlauf prägen:

  • 12. Mai 2026: Halbjahresbericht
  • Mai/Juni 2026: EU-Entscheidung zu Stahlzöllen
  • 2. Jahreshälfte 2026: Möglicher Börsengang oder Direktverkauf von TK Elevator — bei einer Bewertung von bis zu 25 Milliarden Euro könnte Thyssenkrupps verbleibender Anteil von 16,2 Prozent erheblichen Kapitalzufluss bringen

Ob IPO oder Direktverkauf: Investoren wie Cinven und Advent prüfen angesichts der Marktschwankungen beide Optionen. Ein erfolgreicher Exit würde dem Konzern Mittel für Schuldenabbau und grüne Investitionen freimachen — und wäre der wohl stärkste kurzfristige Kurstreiber.

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