Thyssenkrupp hat die Untergrenze seiner Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr angehoben. Der Konzern erwartet nun ein bereinigtes EBIT zwischen 600 und 900 Millionen Euro, nachdem zuvor eine Spanne von 500 bis 900 Millionen Euro im Raum stand. Der erwartete Konzernverlust wurde auf 700 bis 400 Millionen Euro eingegrenzt, die Umsatzspanne auf minus 3 bis minus 1 Prozent angepasst.
Grundlage der Anhebung sind die am gestrigen Tag veröffentlichten Zahlen zum dritten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26. Der Umsatz stieg auf 8,8 Milliarden Euro, das bereinigte EBIT verbesserte sich auf 183 Millionen Euro.
Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 34 Millionen Euro – nach neun Monaten liegt der Konzern kumuliert allerdings noch mit 311 Millionen Euro im Minus, bei einem Umsatz von 24,4 Milliarden Euro und einem bereinigten EBIT von 591 Millionen Euro für den Neunmonatszeitraum.
Stahl und Marine treiben das Ergebnis
Laut dpa-AFX geht die Ergebnisverbesserung im dritten Quartal auf den laufenden Konzernumbau zurück, mit positiven Beiträgen aus den Bereichen Steel Europe, Marine Systems und Materials Services. Bloomberg bestätigte die Anhebung der Prognoseuntergrenze und verwies ebenfalls auf die Stärke im Stahl- und Marinegeschäft als wesentliche Treiber. Die Aktie reagierte am Tag der Veröffentlichung mit einem deutlichen Kursplus.
Parallel zu den Zahlen berichtete Reuters, dass Thyssenkrupp mit Brüssel über die Finanzierung des geplanten Grünstahlwerks in Duisburg verhandelt. Das Projekt hat ein Volumen von 3 Milliarden Euro und gilt als zentraler Baustein der Transformation der Stahlsparte hin zu klimafreundlicherer Produktion. Reuters nannte die angehobene Jahresprognose in diesem Zusammenhang explizit als Kurstreiber.
Kurs nähert sich Jahreshoch
Der Kurs notiert aktuell bei 13,73 Euro und damit nur 2,3 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 14,05 Euro, das erst vor wenigen Tagen erreicht wurde. Seit Jahresbeginn hat die Aktie um 47 Prozent zugelegt – ein Beleg dafür, wie stark der Konzernumbau bislang von Anlegern honoriert wird.
Bereits im Juli hatte die Deutsche Bank ihre Einschätzung zu Thyssenkrupp mit einem Kursziel von 16 Euro und der Einstufung „Buy“ versehen. Diese Bewertung liegt inzwischen mehrere Wochen zurück und lässt sich nicht als aktuelle Reaktion auf die jetzigen Zahlen werten, zeigt aber, dass die positive Grundtendenz bei Analysten bereits vor der jüngsten Prognoseanhebung erkennbar war.
Für Anleger bleibt die Kombination aus verbesserter Ergebnisqualität, einer engeren Verlustspanne und dem fortschreitenden Umbau der Stahlsparte der zentrale Anker der Kursentwicklung. Der Ausgang der Gespräche mit Brüssel zur Finanzierung des Duisburger Grünstahlwerks dürfte mitentscheidend dafür sein, ob sich der positive Trend im weiteren Jahresverlauf fortsetzt.
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