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Symbolbild, KI-generiert

Thyssenkrupp Aktie: EBIT springt von 19 auf 198 Millionen

Thyssenkrupp setzt auf operative Eigenständigkeit der Stahlsparte. EU-Schutzmaßnahmen und interne Fortschritte treiben den Aktienkurs an.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Verkaufsgespräche mit Jindal pausiert
  • Fokus auf interne Restrukturierung
  • EU plant stärkeren Stahlschutz
  • Aktie legt auf Wochensicht zu

Thyssenkrupp erlebt beim Stahl eine bemerkenswerte Verschiebung. Der pausierte Einstieg von Jindal Steel International wirkt nicht mehr nur wie ein Dämpfer. Der Markt bewertet Steel Europe nun stärker als eigene Turnaround-Chance. Das macht die Aktie wieder interessant.

Verkaufspause wird zum Strategietest

Thyssenkrupp hatte die Gespräche mit Jindal Anfang Mai ausgesetzt. Geplant war ein möglicher Verkauf einer Beteiligung an Steel Europe. Nun rückt ein anderer Weg nach vorn: operative Eigenständigkeit statt Verkauf unter Druck.

CEO Miguel López signalisiert damit eine klarere Linie. Die Sparte soll nicht „um jeden Preis“ abgegeben werden. Langfristig will Thyssenkrupp nur noch eine Minderheitsposition halten.

Der Umbau bekommt Rückhalt durch interne Fortschritte. Die Tarifvereinbarung zur Restrukturierung steht. Auch für Duisburg-Süd gibt es eine Einigung. Das senkt ein zentrales Risiko im Konzernumbau.

An der Börse kommt diese Lesart an. Die Aktie liegt am Dienstag bei 10,72 Euro und gewinnt 1,71 Prozent. Auf Wochensicht steht ein Plus von 7,85 Prozent.

EU-Regeln verändern die Rechnung

Der zweite Treiber kommt aus Brüssel. Die EU will Europas Stahlindustrie stärker vor Billigimporten und globalen Überkapazitäten schützen. Für Thyssenkrupp verbessert das die Ausgangslage spürbar.

Wichtig sind vor allem der CO₂-Grenzausgleich CBAM, strengere Importquoten und mögliche höhere Schutzzölle. Dazu kommt der EU-Stahl-Aktionsplan für klimaneutrale Produktion. López sprach von einem „Silberstreif am Horizont“.

Operativ hilft auch das jüngste Quartal. Steel Europe lieferte trotz schwachem Automarkt den größten Beitrag zum bereinigten EBIT des Konzerns. Das nährt die Hoffnung, dass die Sanierung nicht nur auf dem Papier greift.

Der Kurs spiegelt diese bessere Stimmung bereits wider. In den vergangenen 30 Tagen legte die Aktie 18,11 Prozent zu. Der RSI von 73,0 zeigt aber auch: Kurzfristig ist viel Optimismus eingepreist.

Analysten ziehen nach

Jefferies blieb am 18. Mai bei „Buy“ und nannte ein Kursziel von 13,00 Euro. Analyst Tommaso Castello verweist auf bessere Strukturperspektiven im europäischen Stahlgeschäft. Die Beteiligung an TK Elevator sieht er weiter als Puffer.

Auch andere Häuser wurden optimistischer. Citigroup sieht das Kursziel bei 15,00 Euro, JPMorgan bei 11,80 Euro. Beide reagieren auf die deutlich bessere Ergebnislage im zweiten Quartal.

Das bereinigte EBIT sprang dort auf 198 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es nur 19 Millionen Euro. Genau diese Differenz erklärt, warum der Markt Steel Europe nicht mehr nur als Altlast betrachtet.

Der nächste Prüfstein ist die Umsetzung. Thyssenkrupp muss Steel Europe weiter verselbstständigen und parallel die geplante Abspaltung von Materials Services konkretisieren. Gelingt das ohne neuen Cashflow-Druck, bekommt die Aktie eine belastbarere Basis als noch vor wenigen Monaten.

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