Zwei potenzielle Börsengänge, ein Halbjahresbericht im Mai und eine Stahlsparte unter Dauerdruck — bei Thyssenkrupp verdichten sich die Weichenstellungen. Für Anleger, die den jüngsten Kursanstieg einordnen wollen, lohnt ein genauer Blick auf das, was in den nächsten Wochen konkret entschieden wird.
TK Elevator und Materials Services: Zwei Exits in Vorbereitung
Das größere der beiden Szenarien betrifft TK Elevator. Die Haupteigentümer Cinven und Advent bereiten für die zweite Jahreshälfte 2026 einen Verkauf oder Börsengang vor. Der Aufzugshersteller könnte dabei mit bis zu 25 Milliarden Euro bewertet werden. Thyssenkrupp hält noch gut 16 Prozent der Anteile — ein Exit würde dem Konzern erhebliche Mittel für Schuldenabbau und grüne Stahlproduktion freispülen. Der finnische Wettbewerber Kone steht als möglicher Direktkäufer bereit.
Parallel dazu prüft Thyssenkrupp eine Verselbstständigung seiner Handelssparte Materials Services. Laut Reuters-Insidern sind Abspaltung, Börsengang oder Verkauf denkbar. Geprüft wird auch eine Umwandlung in eine KGaA, um die Kontrolle bei einem Teilverkauf zu behalten. Die Sparte erzielte im Geschäftsjahr 2024/25 einen Umsatz von 11,4 Milliarden Euro. Ein Börsengang sei bereits im Herbst möglich — abhängig davon, ob die Sparte ihre operative Performance im laufenden Quartal verbessert.
Stahlsparte: Druck von allen Seiten
Die Stahlsparte bleibt das drückendste Problem. Ab Juni setzt Thyssenkrupp die Produktion am französischen Standort Isbergues für vier Monate aus. Rund 1.200 Arbeitsplätze sind gefährdet. Billige Importe komprimieren die Margen.
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Rückenwind kommt von der EU-Handelsregulierung. EU-Mitgliedstaaten und Parlament haben sich auf harte Importgrenzen geeinigt: Künftig dürfen nur noch 18,3 Millionen Tonnen Stahl zollfrei in die EU fließen — fast die Hälfte weniger als bisher. Für Mengen darüber steigt der Zoll auf 50 Prozent.
Kursanstieg mit Vorbehalt
Die Aktie hat sich vom März-Tief bei 7,15 Euro deutlich erholt und schloss zuletzt bei 9,26 Euro — ein Wochenplus von gut 8 Prozent. Der 200-Tage-Durchschnitt liegt bei 9,89 Euro, der Kurs notiert noch knapp darunter. Solange diese Marke nicht nachhaltig überwunden wird, bleibt die Erholung technisch fragil.
Der entscheidende Fixpunkt ist der 12. Mai. Dann legt Thyssenkrupp den Halbjahresbericht vor — mit erwarteten Updates zum Stand der Verhandlungen mit dem indischen Stahlkonzern Jindal Steel. Scheitert dieser Deal endgültig, rückt die Frage nach dem Verbleib der gesamten Stahlsparte unweigerlich ins Zentrum.
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