Jefferies hält heute an seiner Kaufempfehlung für Thyssenkrupp und dem Kursziel von 16,50 Euro fest. Vor dem geplanten Börsengang der Werkstoffsparte TK Accelis sieht Analyst Tommaso Castello zusätzlichen Bewertungsstoff. Entscheidend ist dabei nicht allein der Handelsstart am 28.10.2026, sondern die Bewertung der Beteiligung und des verbleibenden Konzerns.
Jefferies bewertet den Konzernumbau positiv
Den fairen Wert von Thyssenkrupp nach der Transaktion veranschlagt Castello auf 16,80 bis 18,70 Euro je Aktie. Diese Schätzung liegt über dem unveränderten Kursziel. Sie ist eine Bewertung des Analysten und kein bereits realisierter Wertzuwachs für die Aktionäre.
Die Abspaltung macht damit zwei unterschiedliche Größen relevant: den eigenständigen Wert der Werkstoffsparte und die Bewertung von Thyssenkrupp nach der Transaktion. Beides lässt sich nicht mit einem unveränderten Konzernzuschnitt gleichsetzen.
Für den betrachteten 49-Prozent-Anteil an der Werkstoffsparte setzt Jefferies einen Wert von 2,20 bis 3,10 Euro je Thyssenkrupp-Aktie an. Damit liefert das Haus eine konkrete Größenordnung für die Bedeutung von Accelis innerhalb seiner Bewertung.
Für Anleger bleibt die Unterscheidung zwischen Kursziel und rechnerischem Beteiligungswert wichtig. Eine separat gehandelte Sparte erhält zwar eine eigene Börsenbewertung. Ob der Markt die Annahmen der Analysten übernimmt, steht damit aber nicht fest.
Bank of America setzt höher an
Bank of America nennt für Thyssenkrupp ein Kursziel von 22 Euro. Die Bewertung der einzelnen Konzernteile führt nach Berücksichtigung der finanziellen Anpassungen zu einem Eigenkapitalwert von 13,5 Milliarden Euro beziehungsweise 21,75 Euro je Aktie.
Die Rechnung umfasst unter anderem das Stahlgeschäft, den Werkstoffhandel und die Marinesparte. Ebenso berücksichtigt sie Konzernkosten, Nettokasse, Pensionsverpflichtungen und weitere Abzüge. Der Ansatz verdeutlicht: Für die Bewertung zählt nicht nur die operative Substanz der Sparten, sondern auch die finanzielle Belastung auf Konzernebene.
Beide Häuser sehen somit Bewertungspotenzial. Ihre unterschiedlichen Ansätze sind allerdings keine übereinstimmende Prognose für den künftigen Börsenkurs. Gerade vor der Abspaltung sollten Anleger die jeweiligen Bewertungsannahmen nicht mit einem sicheren Transaktionsertrag verwechseln.
Accelis will Eigenständigkeit für Wachstum nutzen
Die operative Perspektive liefert einen weiteren Baustein. Laut Handelsblatt will Accelis-Chefin Ilse Henne die neu gewonnene Eigenständigkeit für Wachstum und Übernahmen nutzen. Besonders Nordamerika gilt dabei als chancenreicher Markt.
Thyssenkrupp behält 51 Prozent an dem Unternehmen. Accelis beschäftigt rund 15.500 Menschen und erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von 11,4 Milliarden Euro. Die Werkstoffsparte bleibt damit auch nach dem Börsengang eine gewichtige Beteiligung des Konzerns.
Für Thyssenkrupp-Aktionäre geht es folglich um mehr als den ersten Handelstag. Die Analystenbewertungen hängen an den angesetzten Werten der Konzernteile und den finanziellen Abzügen. Hennes Wachstumspläne betreffen dagegen die operative Entwicklung von Accelis. Eine eigenständige Börsennotierung und erfolgreiches Wachstum sind zwei unterschiedliche Schritte.
Stand heute, 26. Oktober: Thyssenkrupp – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Thyssenkrupp investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 26. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.
