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Symbolbild, KI-generiert

Thyssenkrupp Aktie: Carbon2Chem-Pilotanlage beschlossen

Thyssenkrupp investiert in CO₂-basierten Flugkraftstoff und hebt Prognose an. Parallel laufen Gespräche über Förderbedingungen für das Green-Steel-Projekt.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Investition in Pilotanlage für SAF
  • Prognoseanhebung nach starkem Quartal
  • Marine Systems mit deutlichem Umsatzplus
  • Gespräche über Subventionen für Green Steel

Thyssenkrupp setzt seine Diversifizierung in Richtung klimafreundlicher Technologien fort. Zum zehnjährigen Jubiläum des Projekts Carbon2Chem hat der Konzern die finale Investitionsentscheidung für eine Pilotanlage in Duisburg bekanntgegeben, die aus CO₂ der Stahlproduktion nachhaltigen Flugkraftstoff herstellen soll.

Die Ankündigung fällt in eine Phase, in der Thyssenkrupp operativ deutliche Fortschritte zeigt und gleichzeitig um die Zukunft seines größten Transformationsprojekts ringt.

Grüner Kraftstoff aus Stahlabgasen

Die geplante Anlage nutzt CO₂-Emissionen aus der Stahlerzeugung als Rohstoff für synthetischen Flugkraftstoff (SAF). Für einen Konzern, der traditionell mit Stahl, Marineschiffbau und Wasserstofftechnologie verbunden ist, markiert das Projekt einen weiteren Schritt in Richtung Kreislaufwirtschaft.

Zehn Jahre nach dem Start von Carbon2Chem zeigt die Entscheidung, dass Thyssenkrupp trotz finanzieller Belastungen an langfristigen Klimatechnologien festhält.

Parallel dazu verhandelt der Konzern in der Endphase mit der Bundesregierung und der EU-Kommission über angepasste Förderbedingungen für das mit 3 Milliarden Euro veranschlagte Green-Steel-Projekt in Duisburg.

Grund ist der verzögerte Einsatz von Wasserstoff – die Anlage soll vorerst mit Erdgas betrieben werden. Reuters berichtet, dass es dabei um die Absicherung der ursprünglich zugesagten Subventionen geht, obwohl das Vorhaben von seinem grünen Ausgangsplan abweicht.

Operative Erholung stützt die Story

Die jüngsten Quartalszahlen liefern Rückenwind für den Konzernumbau. Bei der Vorlage der Zahlen zum dritten Quartal des Geschäftsjahres 2025/2026 hob Thyssenkrupp das untere Ende seiner EBIT-Prognose auf 600 bis 900 Millionen Euro an, nachdem zuvor eine Spanne von 500 bis 900 Millionen Euro gegolten hatte.

Zudem kehrte der Konzern beim Nettoergebnis in die Gewinnzone zurück – auch begünstigt durch eine Wertaufholung von 407 Millionen Euro im Zusammenhang mit dem abgeschlossenen Verkauf der HKM-Beteiligung.

Zusätzlichen Schub liefert die Tochter Thyssenkrupp Marine Systems, die nach einem starken Neunmonatszeitraum mit einem Umsatzplus von 19 Prozent auf 1,89 Milliarden Euro ihre eigene Jahresprognose deutlich angehoben hat.

Die Wasserstoff-Sparte Thyssenkrupp nucera bildet dagegen den Gegenpol: Sie senkte ihre Umsatzerwartung für das laufende Geschäftsjahr auf 450 bis 500 Millionen Euro und rechnet wegen Einmaleffekten aus der strategischen SOEC-Entscheidung mit einem EBIT zwischen minus 105 und minus 75 Millionen Euro.

Kurs spiegelt gemischtes Bild

An der Börse zeigt sich diese Gemengelage in einer robusten, aber nicht linearen Kursentwicklung. Die Aktie schloss am Mittwoch bei 13,10 Euro und büßte damit 1,1 Prozent ein.

Auf Sicht von 30 Tagen steht dennoch ein Plus von 8,3 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn hat sich der Kurs um 41 Prozent verteuert. Vom 52-Wochen-Hoch bei 14,05 Euro, erreicht am 17. August, ist das Papier derzeit 6,8 Prozent entfernt.

Für Anleger bleibt Thyssenkrupp damit ein Konzern im Spagat zwischen kurzfristigen Belastungen bei der Wasserstoff-Tochter und langfristigen Wetten auf grüne Technologien wie Carbon2Chem und das Duisburger Stahlwerk. Die anstehende Einigung mit Berlin und Brüssel über die Förderbedingungen dürfte in den kommenden Wochen zeigen, wie tragfähig dieser Kurs tatsächlich ist.

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