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Thyssenkrupp Aktie: Baustellen überall

Die Verhandlungen mit Jindal Steel über den Stahlbereich kommen nicht voran, während Nucera trotz eines Großauftrags die Gewinnprognose senkt. Die Aktie notiert deutlich unter ihrem Jahreshoch.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Stockende Verhandlungen mit Jindal Steel
  • Nucera korrigiert Ergebnisprognose nach unten
  • Marinesparte TKMS als stabiler Anker
  • Zeitdruck bei der Verselbstständigung von Materials Services

Beim Stahlriesen aus Essen läuft der Konzernumbau auf mehreren Gleisen — und auf mindestens einem droht er zu entgleisen. Die festgefahrenen Gespräche mit dem indischen Interessenten Jindal Steel International werfen Fragen über den Zeitplan der Steel-Europe-Verselbstständigung auf, während die Wasserstofftochter Nucera trotz eines Großauftrags ihre Gewinnprognose kassiert.

Jindal-Gespräche kommen nicht voran

Das Kernproblem liegt beim Stahl. Jindal Steel hatte im September ein unverbindliches Angebot für das europäische Stahlgeschäft abgegeben. Seitdem stockt der Prozess. Aufsichtsratsmitglied Juergen Kerner, zugleich stellvertretender Vorsitzender der IG Metall, berichtet, dass Antworten auf einen Fragenkatalog der Arbeitnehmervertreter wiederholt verschoben wurden.

Gestritten wird über die finanzielle Ausstattung der Sparte und notwendige Investitionen — erschwert durch die anhaltende Flaute auf dem europäischen Stahlmarkt. Die Arbeitnehmerseite drängt auf rasche Klärung, um Arbeitsplätze zu sichern. Wie lange Jindal das Interesse aufrechthält, wenn die Verhandlungen weiter auf der Stelle treten, bleibt offen.

Nucera: Großauftrag, schlechtere Prognose

Parallel liefert die Wasserstofftochter Thyssenkrupp Nucera ein widersprüchliches Bild. Einerseits unterzeichnete das Unternehmen einen Vertrag mit dem Energiekonzern Moeve über Elektrolyseure mit 300 Megawatt Kapazität für ein Projekt in Andalusien — geplante Produktion: 45.000 Tonnen grüner Wasserstoff jährlich. Andererseits musste das Management die Ergebnisprognose für das Segment Grüner Wasserstoff nach unten korrigieren: Das operative Ergebnis soll nun zwischen minus 125 und minus 90 Millionen Euro liegen.

Verantwortlich dafür sind höher als erwartete Aufwendungen für Optimierungsmaßnahmen an bereits ausgelieferten Modulen sowie die Vertragsauflösung bei einer 20-MW-Pilotanlage. Der Großauftrag kompensiert das kurzfristig nicht.

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Stabilitätsanker TKMS, Zeitdruck bei Materials Services

Stabilität kommt derzeit aus der Rüstungssparte. Thyssenkrupp Marine Systems, seit Oktober 2025 eigenständig börsennotiert, weist einen Auftragsbestand von 18,7 Milliarden Euro aus. Thyssenkrupp hält weiterhin 51 Prozent. Mit einer bevorstehenden Entscheidung Kanadas über ein U-Boot-Großprojekt bleibt TKMS der operativ verlässlichste Teil des Portfolios.

Bis Ende März muss hingegen die Handelstochter Materials Services konkrete operative Belege für ihre geplante Eigenständigkeit vorlegen. Gelingt das nicht, gerät die für Herbst 2026 angestrebte Verselbstständigung unter Druck. Immerhin: Der Verkauf der HKM-Anteile an Salzgitter läuft planmäßig — der Abschluss ist für den 1. Juni 2026 vorgesehen.

Die Aktie notiert rund 40 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 13,24 Euro und damit knapp über dem jüngsten Jahrestief. Solange die Jindal-Gespräche keine Bewegung zeigen und Nucera weitere Belastungen nicht ausschließt, fehlt dem Titel ein klarer Kurstreiber.

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