Beim Essener Industriekonzern brodelt es. Während CEO Miguel López den Konzernumbau mit wachsender Konsequenz vorantreibt, formiert sich intern Widerstand — und zwei Aufsichtsratssitzungen in den kommenden Wochen könnten richtungsweisend werden.
KGaA-Struktur als Zündstoff
Im Kern des Konflikts steht die geplante Verselbstständigung von Materials Services, der Werkstoffhandelssparte. Laut Insidern wird dabei erneut eine Konstruktion als Kommanditgesellschaft auf Aktien geprüft. Das ist kein technisches Detail — die KGaA-Struktur sichert der Kapitalseite traditionell mehr Einfluss als eine klassische AG, was den Widerstand der Arbeitnehmervertreter erklärt.
Der Aufsichtsrat befasst sich am 20. Mai und in einer außerordentlichen Sitzung am 16. Juni mit der Zukunft der Sparte. Das Konzept dahinter ist umfassender: López will alle Geschäftsbereiche schrittweise verselbstständigen und für externe Kapitalgeber öffnen. Materials Services und Automotive Technology sollen in den kommenden Jahren kapitalmarktfähig aufgestellt werden.
Zahlen liefern kein klares Bild
Der Halbjahresbericht für 2025/2026 sendete gemischte Signale. Der Auftragseingang brach um 11 Prozent ein — allerdings wegen zwei Großaufträgen bei Marine Systems im Vorjahreszeitraum, die den Vergleich verzerren. Der Umsatz sank um 5 Prozent, preis- und nachfragebedingt. Marine Systems legte zu, Materials Services hielt das Vorjahresniveau.
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Für das laufende Geschäftsjahr bleibt eine Dividende ungewiss. Der prognostizierte Nettoverlust belastet die Aussichten. Der FactSet-Konsens rechnet dennoch mit 0,15 Euro je Aktie — als Signal der Kontinuität.
Aktie mit starkem Lauf, aber hohem RSI
Die Kursentwicklung der vergangenen Wochen war bemerkenswert: Seit dem 52-Wochen-Tief von 7,15 Euro Ende März hat die Aktie rund 52 Prozent zugelegt. Mit einem Schlusskurs von 10,85 Euro und einem Wochenplus von 2,65 Prozent notiert das Papier inzwischen knapp 10 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt. Der RSI liegt bei 87,4 — ein Niveau, das auf kurzfristige Überhitzung hindeutet.
Makroökonomisch könnte die Stahlindustrie ab dem zweiten Halbjahr Rückenwind bekommen. Die verschärften EU-Importregeln sollen zum 1. Juli in Kraft treten. Analysten erwarten kurzfristige Stahlpreiserhöhungen von bis zu 80 Euro pro Tonne, im weiteren Jahresverlauf potenziell über 200 Euro. Ob das reicht, um die strukturellen Herausforderungen zu überlagern, hängt wesentlich davon ab, welche Signale die Aufsichtsratssitzung Mitte Juni nach außen sendet.
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