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Thyssenkrupp Aktie: Accelis-Notierung Ende Oktober geplant

Thyssenkrupp-Aktionäre stimmen für Abspaltung von TK Accelis. Der Börsengang ist für Ende Oktober geplant, während der Konzern auf den Q3-Bericht fokussiert.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aktionäre genehmigen Abspaltung von TK Accelis
  • Börsengang der Materialsparte für Oktober geplant
  • Quartalszahlen werden am 13. August erwartet
  • Stahlsparte: Eigenständige Sanierung statt Verkauf

Thyssenkrupp hat einen wichtigen Meilenstein bei der Neuausrichtung des Konzerns erreicht. Auf der Hauptversammlung am gestrigen Freitag stimmten die Aktionäre der Abspaltung der Materialsparte TK Accelis zu. Damit ist der Weg für die geplante eigenständige Notierung der neuen Einheit frei – parallel rückt bereits der nächste Termin ins Blickfeld der Anleger.

Aktionäre geben grünes Licht für Accelis-Abspaltung

Der Aufsichtsrat hatte die Pläne des Vorstands für einen Börsengang von TK Accelis noch innerhalb des Kalenderjahres 2026 bereits am 16. Juni gebilligt. Mit der gestrigen Zustimmung der Hauptversammlung ist die entscheidende Hürde genommen. Die neuen Anteile sollen im Verhältnis 20:1 zugeteilt werden, in den Depots der Aktionäre verbucht sind sie jedoch noch nicht. Die eigenständige Notierung der Materialsparte ist erst gegen Ende Oktober vorgesehen.

Für den Konzern markiert der Schritt den vorläufigen Höhepunkt eines Umbaus, der Thyssenkrupp auf sein Kerngeschäft konzentrieren soll. Wie sich die neue Struktur operativ auswirkt, dürfte sich erst nach der Notierung von TK Accelis zeigen.

Blick voraus: Q3-Zahlen und Analystenerwartungen

Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht nun der Zwischenbericht zum dritten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26, den Thyssenkrupp am 13. August veröffentlicht. Der Analysten-Konsens von Vara Research vom 3. August rechnet mit einem bereinigten EBIT von median 207 Millionen Euro bei einem Umsatz von 8,48 Milliarden Euro. Erste Indikationen zum Geschäftsverlauf des am 30. Juni beendeten Quartals hatte der Konzern bereits Ende Juli veröffentlicht.

Ein erstes Signal aus dem Konzernverbund kam von der Wasserstoff-Tochter Thyssenkrupp Nucera. Sie meldete am 31. Juli Zahlen über den Markterwartungen, laut dpa-AFX geriet die Aktie der Tochtergesellschaft dennoch unter Druck – Vorzieheffekte hatten das Ergebnis begünstigt, was Anleger als wenig nachhaltig einstuften.

Baustellen bleiben: Steel Europe und Insiderkäufe

Ungelöst ist weiterhin die Zukunft der Stahlsparte Steel Europe. Am 2. Mai beendete Thyssenkrupp die Verkaufsverhandlungen mit dem indischen Konzern Jindal Steel International. Der Konzern setzt seither auf eine eigenständige Sanierung des Stahlgeschäfts statt auf einen Partnerverkauf – ein Kurswechsel, der die operative Herausforderung im Kerngeschäft unterstreicht.

Ein positives Signal sendeten dagegen mehrere Vorstandsmitglieder im Februar: CEO Miguel Ángel López Borrego und Dr. Volkmar Dinstuhl erwarben Aktienpakete zum Durchschnittskurs von rund 10,90 Euro. Für das im Dezember 2025 abgeschlossene Geschäftsjahr 2024/25 hatte der Konzern zudem einen positiven Free Cashflow vor M&A von 363 Millionen Euro ausgewiesen und eine Dividende von 0,15 Euro je Aktie vorgeschlagen.

Kursverlauf: Erholung mit Abstand zum Jahreshoch

Die Aktie schloss am Freitag bei 12,54 Euro, gut 5,9 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch vom 10. Oktober 2025. Seit dem Jahrestief Ende März hat sich das Papier deutlich erholt, auf Wochensicht stand zuletzt ein Plus von 4,06 Prozent. Damit hat die Aktie in den vergangenen Monaten spürbar an Boden gewonnen – ob die kommenden Quartalszahlen diese Dynamik bestätigen, wird sich am 13. August zeigen.

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