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Thyssenkrupp Aktie: 7. August entscheidet über tk accelis

Thyssenkrupp-Aktie fällt vor Schlüsselabstimmung zur Abspaltung der Werkstoffsparte. Wasserstofftochter Nucera zeigt Auftragsboom bei anhaltenden Verlusten.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aktie bricht um fast sieben Prozent ein
  • Abstimmung über tk accelis Abspaltung im August
  • Nucera mit Auftragsplus, aber roten Zahlen
  • Technische Unterstützung nahe 200-Tage-Linie

Ausgerechnet kurz vor einer richtungsweisenden Hauptversammlung verliert die Thyssenkrupp Aktie massiv an Boden. Am Freitag brach der Kurs um fast sieben Prozent ein — und rutschte dabei unter den 50-Tage-Durchschnitt.

Abspaltung auf dem Prüfstand

Am 7. August stimmt eine außerordentliche Hauptversammlung über einen zentralen Schritt des Konzernumbaus ab. Thyssenkrupp will 49 Prozent der Werkstoffsparte tk accelis abspalten. Die Sparte, früher als Materials Services bekannt, kommt auf rund 11,4 Milliarden Euro Jahresumsatz und beschäftigt etwa 15.500 Menschen. Thyssenkrupp behält 51 Prozent.

Das Ziel: Die einzelnen Geschäftsbereiche sollen für Investoren eigenständig bewertbar werden. Aus dem Mischkonzern wird eine Finanzholding mit operativ unabhängigen Töchtern.

Wasserstoff: Aufträge ja, Gewinne nein

Ein besonders spannungsgeladenes Bild liefert die Wasserstofftochter Thyssenkrupp Nucera. Im zweiten Quartal vervierfachte sich der Auftragseingang auf 316 Millionen Euro. Der Auftragsbestand kletterte auf 732 Millionen Euro.

Aber: Der Umsatz im Quartal lag bei nur 50 Millionen Euro. Das EBIT betrug minus 65 Millionen Euro. Sonderfaktoren belasteten das Ergebnis stark. Das zeigt das Kernproblem im Wasserstoffgeschäft — hohe Nachfrage, schwache Profitabilität.

Für das Geschäftsjahr 2025/2026 hält Thyssenkrupp an seinen Zielen fest. Das bereinigte EBIT soll zwischen 500 Millionen und 900 Millionen Euro liegen. Der Free Cashflow vor M&A wird zwischen minus 600 Millionen und minus 300 Millionen Euro erwartet. Das Nettoergebnis bleibt voraussichtlich negativ — in einer Spanne von minus 800 Millionen bis minus 400 Millionen Euro.

Wo die Aktie technisch steht

Nach dem Freitagseinbruch notiert die Aktie bei 10,31 Euro — rund 22 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 13,24 Euro. Der 200-Tage-Durchschnitt bei 10,02 Euro liegt knapp darunter und könnte als Auffanglinie wirken. Der RSI liegt bei 42,4, die Aktie ist also noch nicht überverkauft. Auf Jahressicht liegt das Papier trotz allem rund sieben Prozent im Plus.

Die Hauptversammlung am 7. August wird zeigen, ob Investoren den Umbaukurs mittragen. Bis dahin dürfte die Aktie volatil bleiben — die annualisierte 30-Tages-Volatilität von über 43 Prozent spricht eine klare Sprache.

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