Nach den kräftigen Kursgewinnen der vergangenen Wochen ist bei Thyssenkrupp etwas Ruhe eingekehrt. Am Freitag legte die Aktie um 3,1 Prozent auf 15,34 Euro zu, auf Wochensicht steht ein moderates Plus von 1,2 Prozent. Der Titel notiert damit nur knapp unter seinem 52-Wochen-Hoch von 15,79 Euro, das er am 8. September markiert hatte.
Im operativen Geschäft rückt derweil die Stahlsparte in den Blick. Bei Thyssenkrupp Steel in Duisburg läuft seit dem 30. August eine planmäßige Abschaltung von Hochofen 2 für Wartungs- und Reparaturarbeiten. Die Maßnahme soll rund sechs Wochen dauern und wurde vom Unternehmen als reguläre Instandhaltung eingeordnet, nicht als Reaktion auf Absatz- oder Produktionsprobleme.
Wartungsarbeiten ohne erkennbare Kursbelastung
Für Anleger ist relevant, dass eine geplante Instandhaltung dieser Größenordnung im Stahlgeschäft nichts Ungewöhnliches darstellt. Hochöfen müssen in regelmäßigen Abständen technisch überholt werden, um Ausfallrisiken zu minimieren. Dass der Kurs trotz der laufenden Abschaltung zuletzt neue Jahreshöchststände erreicht hat, deutet darauf hin, dass der Markt die Maßnahme nicht als belastenden Faktor wertet.
Die zugrunde liegende Dynamik der Aktie bleibt bemerkenswert: Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 65 Prozent zu Buche, auf Zwölfmonatssicht sind es 47 Prozent. Die Marktkapitalisierung liegt aktuell bei 9,28 Milliarden Euro. Getragen wurde die Rally in den vergangenen Wochen unter anderem von einer angehobenen Ergebnisprognose des Unternehmens im August sowie von positiven Analystenstimmen, die das Kursziel zuletzt bis auf 18 Euro anhoben.
Kurzfristig schwächere Tendenz nach der Rally
Nach dem Erreichen des Jahreshochs zeigte sich zuletzt eine leicht schwächere Tendenz im Handel, ohne dass Medienberichte dafür einen eigenständigen neuen Auslöser im Unternehmen benannten. Das passt zum Bild einer Konsolidierung nach einem sehr dynamischen Kursanstieg: Mit einem RSI von 63,7 gilt die Aktie zwar nicht als überkauft im engeren Sinne, notiert aber deutlich über ihren gleitenden Durchschnitten der vergangenen Monate.
Für die kommenden Wochen dürfte die Fertigstellung der Wartungsarbeiten an Hochofen 2 in Duisburg ein Termin sein, den Anleger im Blick behalten. Läuft die Instandhaltung planmäßig ab, sollte sie ohne größere Auswirkungen auf die operative Leistungsfähigkeit der Stahlsparte bleiben.
Verzögerungen oder unerwartete Zusatzarbeiten könnten hingegen kurzfristig für Diskussionsstoff sorgen, auch wenn der Gesamttrend der Aktie derzeit klar von anderen Faktoren getragen wird.
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