Der Haushaltsausschuss des Bundestags hat entschieden. Thyssenkrupp sichert sich einen gigantischen Marineauftrag. Die Abgeordneten gaben grünes Licht für vier neue U-Jagd-Fregatten. Das beschert der Sparte Thyssenkrupp Marine Systems ein Auftragsvolumen von rund 6,3 Milliarden Euro. Anleger reagieren gelassen. Die Aktie gibt am Donnerstag leicht auf 11,45 Euro nach.
Das Programm beinhaltet eine lukrative Option. Die Marine kann später vier weitere Schiffe ordern. Das würde weitere Milliarden in die Kasse spülen. Die Kieler Werft soll die erste Fregatte im Jahr 2029 ausliefern. Ein Freifahrtschein ist der Beschluss allerdings nicht.
Der Einzelpreis pro Schiff stieg im Vorfeld drastisch. Er liegt nun bei knapp 1,6 Milliarden Euro. Das Parlament verhängte daher strenge Auflagen. Das Verteidigungsministerium muss den Ausschuss bei künftigen Kostenüberschreitungen sofort informieren. Verzögerungen dulden die Abgeordneten ebenfalls nicht klaglos.
Mehr Freiheit für die Töchter
Parallel zu den operativen Erfolgen baut der Konzern seine Strukturen um. Dafür beruft Thyssenkrupp eine außerordentliche Hauptversammlung ein. Sie findet am 7. August 2026 statt. Das Management will dort die Satzung ändern. Konkret geht es um die Macht des Aufsichtsrats.
Töchter wie die Marinesparte oder die Wasserstoff-Einheit Nucera sollen eigenständiger werden. Der Mutterkonzern lockert die Zügel. Das stärkt die Handlungsfähigkeit der Sparten. Das Ziel: Die Einheiten sollen flexibler für künftige Partnerschaften oder eigene Kapitalmarkttransaktionen werden.
Blick nach Kanada
Am Markt werten Beobachter den heutigen Kursrücksetzer als reine Konsolidierung. Seit Jahresbeginn steht immer noch ein sattes Plus von rund 18 Prozent auf der Anzeigetafel. Die Aktie notiert komfortabel über ihrer langfristigen 200-Tage-Linie. Diese verläuft aktuell bei knapp zehn Euro.
Nach dem deutschen Fregattenprogramm rückt nun Nordamerika in den Fokus. Kanada prüft derzeit den Kauf von bis zu zwölf U-Booten. Dieser potenzielle Großauftrag bleibt ein zentraler Kurstreiber. Frische operative Zahlen liefert das Management kurz nach der Hauptversammlung. Der nächste Quartalsbericht erscheint am 13. August 2026.
