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Thyssenkrupp Aktie: 57 Prozent Plus seit Jahresbeginn

Thyssenkrupp verbessert Quartalswerte und Prognose, während drei Analysehäuser ihre Kursziele auf 16 bis 22 Euro anheben.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aktie seit Jahresbeginn 57 Prozent höher
  • Drei Analysehäuser erhöhen ihre Kursziele
  • Bereinigtes EBIT steigt auf 183 Millionen Euro
  • Jahresprognose für EBIT wird angehoben

Die Aktie von Thyssenkrupp hat einen Lauf hinter sich, der sich in Zahlen kaum noch steigern lässt. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 57 Prozent zu Buche. Am Freitag gab das Papier zwar um 1,2 Prozent nach und schloss bei 14,67 Euro, doch der Rücksetzer ändert wenig am Gesamtbild einer Aktie, die sich binnen weniger Wochen neu bewertet hat.

Der Auslöser für die jüngste Beschleunigung lässt sich klar benennen: Innerhalb weniger Tage Mitte August haben gleich drei Analystenhäuser ihre Kursziele deutlich angehoben.

Citigroup-Analyst Ephrem Ravi setzte sein Kursziel vor gut einer Woche auf 20 Euro und bestätigte die Kaufempfehlung. Er begründete den Schritt damit, dass Thyssenkrupp reich an Kurstreibern und Finanzmitteln sei und im Vergleich zu Wettbewerbern noch Bewertungsnachholbedarf habe.

Nur einen Tag zuvor hatte Bank of America ihr Kursziel von 19 auf 22 Euro erhöht und die Einstufung Buy bestätigt. Die DZ Bank vollzog zum selben Zeitpunkt einen kompletten Sinneswandel: Sie stufte die Aktie von Hold auf Buy hoch und hob ihr Kursziel von 11 auf 16 Euro an.

Solides Fundament aus dem dritten Quartal

Dass die Analysten ihre Meinung revidierten, hat einen handfesten operativen Hintergrund. Vor rund zwei Wochen hatte Thyssenkrupp Zahlen zum dritten Quartal des Geschäftsjahres 2025/2026 vorgelegt, die den Konzern in besserer Verfassung zeigten als von vielen erwartet. Das bereinigte EBIT kletterte um 18 Prozent auf 183 Millionen Euro, der Umsatz legte um 8 Prozent zu.

Gleichzeitig hob der Konzern seine Jahresprognose an: Die Untergrenze beim bereinigten EBIT stieg von 500 auf 600 Millionen Euro, die Obergrenze des möglichen Konzernverlusts sank von 800 auf 700 Millionen Euro. Seit dieser Prognoseanhebung hat die Aktie um 10 Prozent zugelegt.

Auch der Rückzug der Tochter Thyssenkrupp Nucera aus der Serienfertigung von SOEC-Elektrolyseur-Stacks, vor rund zwei Wochen bekannt gegeben, konnte die positive Dynamik nicht bremsen.

Zwar verschärfte Nucera in der Folge seine eigene Verlustprognose für das laufende Geschäftsjahr auf minus 105 bis minus 75 Millionen Euro und rechnet mit einer Einmalbelastung von rund 30 Millionen Euro im vierten Quartal. Für den Gesamtkonzern blieb der Effekt jedoch überschaubar, seit der Meldung stieg der Kurs um 6,3 Prozent.

Bewertung nähert sich altem Rekordniveau

Mit dem aktuellen Kursniveau ist Thyssenkrupp nur noch 3,4 Prozent von seinem 52-Wochen-Hoch entfernt. Die Marktkapitalisierung liegt bei 9,18 Milliarden Euro.

Für Anleger stellt sich damit weniger die Frage, ob der Konzern operativ auf Kurs ist – das belegen Quartalszahlen und Prognoseanhebung recht eindeutig –, sondern ob die jüngste Neubewertung durch die Analysten bereits im Kurs eingepreist ist.

Mit Kurszielen zwischen 16 und 22 Euro sehen die drei genannten Häuser jedenfalls noch Spielraum nach oben, selbst wenn der Anstieg der vergangenen Wochen bereits einen erheblichen Teil dieser Neubewertung vorweggenommen hat.

Strukturell hat sich der Konzern zudem verschlankt: Mit dem Börsengang der Marineschiffbau-Tochter TKMS im Oktober vergangenen Jahres, bei dem 49 Prozent der Anteile an bestehende Aktionäre gingen, und der jüngeren Abspaltung von TK Accelis hat Thyssenkrupp sein Portfolio deutlich fokussiert. Diese Zäsuren dürften mit dazu beigetragen haben, dass Analysten dem verbleibenden Konzern nun eine klarere Bewertung zutrauen als noch vor einem Jahr.

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Diskussion zu Thyssenkrupp

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.