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Thyssenkrupp: 37-Milliarden-Angebot für Kanada

Thyssenkrupp steht vor entscheidenden Weichenstellungen: In Kanada läuft die Frist für einen 37-Milliarden-U-Boot-Auftrag, während der Verkauf der Stahlsparte an Jindal Steel ins Stocken gerät.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Frist für U-Boot-Angebot in Kanada
  • Kooperation mit Blackberry-Tochter QNX
  • Streit um Pensionslasten bei Stahlverkauf
  • Aktie mit 22 Prozent Monatsplus

Für Thyssenkrupp fallen heute zwei strategische Weichenstellungen zusammen. In Kanada läuft die Frist für einen historischen U-Boot-Auftrag ab. Parallel dazu hakt der geplante Verkauf der Stahlsparte. Das Management steht unter erheblichem Druck.

Kanada fordert lokale Produktion

Bis zum heutigen 29. April muss Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) nachbessern. Die kanadische Regierung erwartet ein überarbeitetes Angebot für neue U-Boote. Das Volumen liegt bei gewaltigen 37 Milliarden Euro. Kanada hatte die ersten Entwürfe aus Essen abgelehnt.

Die Regierung in Ottawa verlangt einen weitreichenden Technologietransfer. Das Ziel: eine eigene Rüstungsindustrie aufbauen. TKMS reagiert darauf mit einer neuen Partnerschaft. Seit Mitte April kooperiert die Sparte mit der BlackBerry-Tochter QNX.

Das kanadische Softwareunternehmen liefert sein Betriebssystem für die Boote. Der eigentliche Wert dieses Bündnisses ist strategischer Natur. TKMS erfüllt damit die zwingende Vorgabe, lokal zu produzieren. Die finale Entscheidung fällt im Frühsommer. Der einzige verbliebene Konkurrent ist Hanwha Ocean aus Südkorea.

Zähes Ringen um die Stahlsparte

Während die Marinesparte expandiert, stockt der geplante Verkauf des Stahlgeschäfts an Jindal Steel. Beide Seiten streiten über künftige Investitionen und Energiekosten. Ein massiver Stolperstein sind die Pensionsverpflichtungen von 2,4 Milliarden Euro.

Konzernchef Miguel López zieht rote Linien. Er werde den Stahl nicht verramschen, betonte der Manager. Die Gespräche mit den Indern laufen allerdings weiter. López sieht mittlerweile eine deutlich verbesserte Bewertung der Sparte. Einen Notnagel in Form einer Fusion mit Salzgitter schloss er explizit aus.

Alternativen und Kursentwicklung

Sollte der Kanada-Deal platzen, hat TKMS lukrative Alternativen. Auf dem deutschen Heimatmarkt geht es um neue Luftverteidigungsfregatten. Das geschätzte Volumen liegt bei 26 Milliarden Euro. Der Haushaltsausschuss stimmt voraussichtlich Ende Juni über die Finanzierung ab.

An der Börse reagieren Investoren abwartend. Die Aktie notiert aktuell bei 8,75 Euro. Auf Monatssicht steht zwar ein sattes Plus von rund 22 Prozent auf der Kurstafel. Seit Jahresbeginn hat das Papier jedoch knapp zehn Prozent an Wert verloren.

Am 12. Mai legt Thyssenkrupp den Halbjahresbericht vor. Das Management befindet sich aktuell in der vorgeschriebenen Ruhephase. Der Bericht wird den genauen Stand der Jindal-Verhandlungen offenlegen. Spätestens dann fordert der Markt konkrete Fakten zum Umbau des Traditionskonzerns.

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