Der Kurs hat sich seit seinem Allzeithoch von 141,53 Dollar im Dezember 2024 um rund 80 Prozent reduziert — und trotzdem kaufte CEO Jeff Green im März 2026 für über 151 Millionen Dollar eigene Aktien. Dieser Schritt zieht Aufmerksamkeit auf sich, weil er inmitten einer Reihe weiterer Entwicklungen fällt: Gerüchte über eine Partnerschaft mit OpenAI, ein laufender CFO-Wechsel und eine Bewertungskorrektur, die den einstigen Wachstumstitel auf ein KGV von rund 30 gedrückt hat.
Warum die Aktie so stark gefallen ist
Die Probleme begannen mit dem Quartalsbericht für das vierte Quartal 2024, als The Trade Desk die eigene Umsatzprognose verfehlte. Erschwerend kam die holprige Einführung der KI-gestützten Werbeplattform Kokai hinzu: Kunden bemängelten, dass die erhöhte Automatisierung manuelle Steuerungsmöglichkeiten beseitigte, die sie zuvor schätzten.
Strukturell wächst der Druck von zwei Seiten. Amazon gewinnt mit seiner eigenen Demand-Side-Plattform zunehmend Werbekunden. Gleichzeitig verändern KI-Anwendungen wie ChatGPT das Nutzerverhalten im offenen Internet — weniger Klicks auf herkömmliche Websites bedeuten weniger Inventar für klassische Programmatic-Werbung.
Verlangsamtes Wachstum, stabile Profitabilität
Im Geschäftsjahr 2025 erzielte The Trade Desk einen Umsatz von 2,9 Milliarden Dollar, ein Plus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das klingt solide, liegt aber deutlich unter dem Wachstumstempo von 26 Prozent im Jahr 2024. Im vierten Quartal 2025 verlangsamte sich das Wachstum auf 14 Prozent, und für das erste Quartal 2026 erwartet das Unternehmen einen Umsatz von mindestens 678 Millionen Dollar — ein Zuwachs von rund 10 Prozent.
Der Nettogewinn stieg 2025 auf 443 Millionen Dollar, ein Plus von 13 Prozent. Bemerkenswert: Der Rückgang beim Gewinnwachstum ist vor allem auf eine fast verdoppelte Steuerbelastung zurückzuführen, nicht auf operative Schwäche.
CEO-Kauf und OpenAI-Gerüchte als Kurstreiber
Green kaufte laut Pflichtmitteilung 6 Millionen Aktien zu Preisen zwischen 23,49 und 25,08 Dollar — der größte Insiderkauf in der Unternehmensgeschichte. Marktbeobachter werten dies als Signal, dass der Gründer und CEO die aktuelle Bewertung für fundamental zu niedrig hält.
Zusätzlichen Auftrieb gaben Berichte über mögliche Gespräche zwischen The Trade Desk und OpenAI, bei denen es um die Vermarktung von Werbeinventar auf ChatGPT gehen soll. Analysten sind gespalten: Ein Teil sieht darin eine strategisch wichtige Absicherung gegen den Bedeutungsverlust klassischer Werbenetzwerke durch KI-Suche. Andere warnen, dass die Kursreaktion die kurzfristigen Effekte einer solchen Partnerschaft überschätzt.
Führungswechsel und nächste Bewährungsprobe
Neben dem Boardmitglied Gokul Rajaram, der zum 3. April 2026 ausscheidet, sucht das Unternehmen weiterhin nach einem permanenten CFO. Derzeit führt ein Interims-CFO die Finanzabteilung.
Auf der Morgan Stanley TMT-Konferenz im März beschrieb das Management 2025 als Restrukturierungsjahr mit dem Ziel, den Umsatz langfristig von 3 auf 10 Milliarden Dollar zu skalieren. Die Pipeline an strategischen Partnerschaften sei so groß wie nie zuvor. Ob sich das in den Zahlen niederschlägt, zeigt der Quartalsbericht am 13. Mai 2026 nach US-Börsenschluss — die erste echte Messlatte für die neue Aufstellung.
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