Nach massiven Vorwürfen großer Werbeagenturen und einem deutlichen Kursrutsch schien die Lage für The Trade Desk fast aussichtslos. Während Konkurrenten auf Distanz gehen, formiert sich nun unerwartete Gegenwehr an der Wall Street. Eine prominente Analystin stützt das Papier und verweist auf eine mögliche, lukrative Partnerschaft im Bereich der Künstlichen Intelligenz.
Machtkampf statt Strukturkrise
Die Investmentbank Needham sorgt nach einer turbulenten Handelswoche für einen Lichtblick. Analystin Laura Martin bestätigte ihre Kaufempfehlung und sieht in dem öffentlich ausgetragenen Streit mit dem Großkunden Publicis lediglich ein kurzlebiges Machtgeplänkel um Margen. Laut ihrer Analyse ist das tatsächliche finanzielle Risiko überschaubar. Zwar steht Publicis für etwa zehn Prozent der Jahresumsätze, allerdings unterhalten rund 70 Prozent der betroffenen Marken direkte Verträge mit der Ad-Tech-Plattform. Die Agentur kann somit nur einen Bruchteil der Werbebudgets aktiv umleiten.
Auslöser der jüngsten Verkaufswelle waren Vorwürfe von Publicis, The Trade Desk habe versteckte Gebühren abgerechnet. Auch die Branchenriesen Dentsu und WPP zogen sich daraufhin aus bestimmten Programmen zurück. Diese geballte Abwanderung drückte die Papiere massiv nach unten. Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust mittlerweile auf über 35 Prozent. Am Freitag gelang dem Titel jedoch eine leichte Gegenbewegung gegen den schwachen Gesamtmarkt, als der Kurs um 2,69 Prozent auf 20,82 Euro kletterte.
Analysten uneins, Gründer kauft
Die Meinungen an der Wall Street driften angesichts der Krise stark auseinander. Während Needham an der Plattform festhält und ein Kursziel von 32 US-Dollar ausruft, stufte Stifel die Papiere auf „Halten“ ab und senkte das Ziel von 48 auf 26 US-Dollar. Auch Wedbush und Scotiabank reduzierten ihre Prognosen. Sie verwiesen auf überschätzte KI-Potenziale sowie ein schwaches Geschäftsmomentum.
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Unbeeindruckt von der Skepsis einiger Analysten zeigte sich zuletzt Firmengründer Jeff Green. Er investierte Anfang März rund 148 Millionen US-Dollar in eigene Aktien. Dies markiert den größten Insiderkauf in der Geschichte des Unternehmens und setzt ein starkes Signal gegen den aktuellen Abwärtstrend.
Schwaches Wachstum trifft auf KI-Fantasie
Neben dem Agentur-Streit belastet das verlangsamte Wachstum die Stimmung der Investoren. Für das erste Quartal stellte das Management lediglich ein Umsatzplus von zehn Prozent in Aussicht – ein ungewohnt niedriger Wert für das erfolgsverwöhnte Unternehmen, das in der Vergangenheit regelmäßig Raten von über 20 Prozent lieferte.
Neue Fantasie bringt jedoch ein möglicher Deal mit OpenAI in die Bewertung. Berichten zufolge laufen frühe Gespräche, um die Werbeausspielung auf der ChatGPT-Plattform zu übernehmen. Da OpenAI für das Jahr 2026 Verbraucherumsätze in Höhe von 17 Milliarden US-Dollar anpeilt und Werbung dabei eine zentrale Rolle spielen soll, bietet dieses Segment einen handfesten Katalysator für eine fundamentale Erholung des Geschäftsmodells.
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