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The Trade Desk Aktie: Perspektivloser Zukunft?

Große Investmentbanken reduzieren ihre Kursziele für The Trade Desk, während fundamentale Modelle ein deutliches Aufwärtspotenzial sehen. Die Aktie bleibt unter technischem Druck.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Morgan Stanley und Wells Fargo senken Kursziele auf 42 US-Dollar
  • Charttechnisch deutliche Schwäche mit Kurs weit unter 200-Tage-Linie
  • Bewertungsmodelle sehen Aktie als fast 40 Prozent unterbewertet
  • Aktienrückkaufprogramm über 500 Millionen US-Dollar beschlossen

Die Luft für The Trade Desk bleibt dünn. Nach einem Kurssturz in den vergangenen zwölf Monaten setzen jetzt auch große Investmentbanken den Rotstift bei ihren Kurszielen an. Gleichzeitig zeichnen die Charts ein schwaches Bild, obwohl fundamentale Bewertungsmodelle durchaus Aufwärtspotenzial sehen. Wie passt das zusammen?

Analysten senken Kursziele

Am 13. Januar hat Morgan Stanley sein Kursziel für The Trade Desk von 50 auf 42 US‑Dollar reduziert und damit den bereits vorsichtigen Ausblick für 2026 bestätigt. Am Rating „Equal Weight“ hielt die Bank fest – ein Signal, dass sie weder klaren Kauf- noch Verkaufsdruck sieht, aber weniger Fantasie nach oben erwartet.

Im Fokus steht dabei vor allem das Marktumfeld: Die Analysten rechnen damit, dass 2026 thematisch stark an 2025 erinnert. Belohnt werden aus ihrer Sicht Unternehmen, die nachweislich ihre Kapitalrendite (ROIC) mit Hilfe von Generativer KI steigern. The Trade Desk wird in diesem Umfeld kritischer beäugt, was sich in der Kurszielsenkung widerspiegelt.

Morgan Stanley steht mit dieser Neubewertung nicht allein. Wells Fargo kappte am selben Tag sein Kursziel ebenfalls auf 42 US‑Dollar. Einen leicht anderen Akzent setzte MoffettNathanson bereits am 12. Januar: Dort wurde die Aktie auf „Neutral“ hochgestuft, allerdings mit einem niedrigeren Ziel von 39 US‑Dollar. Insgesamt ergibt sich so ein Bild vorsichtiger, aber nicht panikartiger Neubewertung.

Technische Lage bleibt schwach

Charttechnisch ist der Titel klar angeschlagen. Mit rund 37 US‑Dollar je Aktie notiert The Trade Desk aktuell nicht nur deutlich unter der 200‑Tage-Linie von 48,84 US‑Dollar, sondern auch weit entfernt vom 52‑Wochen-Hoch bei 121,08 US‑Dollar. Auf Sicht von zwölf Monaten summiert sich der Rückgang auf mehr als 67 Prozent.

Auch kurzfristig ist von einem stabilen Aufwärtstrend wenig zu sehen: Zwar liegt der Kurs rund 6 Prozent über dem 50‑Tage-Durchschnitt von 35,04 US‑Dollar und damit etwas über dem jüngsten Tief bei 30,80 US‑Dollar, der Gesamttrend bleibt aber klar abwärtsgerichtet. Ein RSI von 50,4 deutet zudem weder auf eine überverkaufte noch auf eine überkaufte Situation hin – die Schwäche ist also eher trend- als extremgetrieben.

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Stichpunkte zur aktuellen Lage:

  • 12‑Monats-Performance: ca. -67 %
  • Abstand zum 52‑Wochen-Hoch: rund -69 %
  • Abstand zur 200‑Tage-Linie: knapp -24 %
  • Volatilität (30 Tage, annualisiert): über 60 %

Diese Konstellation zeigt: Der Markt verlangt nach klaren neuen Impulsen, bevor sich das Bild nachhaltig aufhellt.

Bewertungsdiskrepanz: Modell vs. Markt

Fundamental ergibt sich ein anderes Narrativ. Trotz des deutlichen Kursrückgangs liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis noch bei rund 42 – für eine klassische Value-Aktie wäre das hoch, für wachstumsorientierte Adtech-Werte aber nicht unüblich.

Bewertungsmodelle von Simply Wall St kommen auf einen theoretischen Fair Value von 61,12 US‑Dollar. Gemessen am aktuellen Kurs von 37,14 US‑Dollar wäre die Aktie damit rechnerisch fast 40 Prozent unterbewertet. Hinzu kommen positive operative Signale: Im dritten Quartal wurden die Gewinnerwartungen mit einem Gewinn je Aktie von 0,45 US‑Dollar übertroffen, zudem hat das Unternehmen ein Aktienrückkaufprogramm über 500 Millionen US‑Dollar beschlossen.

Auf Analystenseite spiegelt sich diese Sicht in einem Konsensrating „Moderate Buy“ und einem durchschnittlichen Kursziel von 69,34 US‑Dollar wider. Der deutliche Abstand zum Börsenkurs zeigt allerdings auch, dass viele dieser Ziele noch aus einer Phase höherer Erwartungen stammen und nun schrittweise an die neue Realität angepasst werden.

Ausblick: Was jetzt im Fokus steht

Für die nächsten Monate dürfte entscheiden, welcher Faktor stärker wirkt: die schwache technische Verfassung und die vorsichtigen Kurszielanpassungen – oder die vergleichsweise konstruktive Fundamentalsicht mit theoretischem Aufwärtspotenzial. Konkrete Wegmarken sind dabei weitere Updates der großen Häuser zu ihren Kurszielen sowie die kommenden Quartalszahlen, in denen The Trade Desk zeigen muss, ob es ROIC und Wachstum in einem anspruchsvollen Werbemarkt nachhaltig steigern kann.

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