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The Trade Desk Aktie: Mortensen geht nach sieben Monaten

Erneuter CFO-Wechsel bei The Trade Desk: Nate Olmstead übernimmt. Aktienrückkäufe stützen den Kurs, doch das schwache Wachstum belastet.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Finanzchef verlässt nach sieben Monaten
  • Neuer CFO Nate Olmstead ab Juli
  • Aktienrückkäufe von 2,76 Milliarden Dollar
  • Kurs nahe 52-Wochen-Tief

The Trade Desk steckt mitten in einem auffälligen Umbau an der Spitze. Nach nur sieben Monaten verlässt Finanzchef Anders Mortensen das Unternehmen. Die operative Verantwortung für seine Aufgaben übernimmt künftig COO Vivek Kundra.

Der Abgang ist kein Einzelfall. Schon in diesem Jahr verzeichnete der Werbetechnologie-Konzern mehrere Wechsel auf Führungsebene, darunter den früheren Finanzchef Alexander Kayyal sowie den Marketingchef, den Strategieverantwortlichen und den Kommunikationschef. Das sorgt für Unruhe in einer Phase, in der das Geschäft ohnehin unter Druck steht.

Neuer CFO, alte Baustellen

Ab Juli soll Nate Olmstead als neuer Finanzchef starten. Er kommt von Penguin Solutions und war zuvor auch bei Logitech und HP in Führungsrollen tätig. Damit setzt The Trade Desk die Rotation im Finanzressort fort. Es wäre bereits die vierte CFO-Besetzung innerhalb von rund einem Jahr.

Übergangsweise hatte Tahnil Davis den Posten des Finanzchefs übernommen. Er kehrt nun in seine Rolle als Chief Accounting Officer zurück. Für Investoren ist das vor allem ein Signal: Die Führungsstruktur ist noch nicht stabil.

Hinzu kommt der operative Gegenwind. The Trade Desk kämpft mit schwächerem Umsatzwachstum und härterem Wettbewerb im digitalen Werbemarkt. Das Management muss also nicht nur Personalfragen lösen, sondern auch die Richtung des Kerngeschäfts nachschärfen.

Rückkäufe stützen den Kurs nur begrenzt

Parallel dazu setzt das Unternehmen weiter auf Aktienrückkäufe. Seit 2023 hat The Trade Desk eigene Papiere für rund 2,26 Milliarden US-Dollar eingesammelt. Der Vorstand hat das Programm inzwischen auf insgesamt 2,76 Milliarden US-Dollar erweitert.

Das zeigt Kapitaleinsatz, ersetzt aber kein kräftigeres Wachstum. In einem Umfeld mit nachlassender Dynamik und mehr Konkurrenz wirkt die Rückkaufpolitik eher als Stütze denn als eigentliche Wachstumsstory.

Auch der Markt bewertet die Lage entsprechend zurückhaltend. Die Aktie notiert bei 17,20 Euro und damit 1,04 Prozent im Minus. Auf Sicht von sieben Tagen liegt sie 13,83 Prozent hinten, seit Jahresbeginn sogar 46,49 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 77,60 Euro ist der Titel weit entfernt.

Der Kurs liegt zudem unter der 50-Tage-Linie von 19,95 Euro und nur knapp über dem 52-Wochen-Tief bei 16,81 Euro. Das spricht für anhaltenden Druck. Am 10. Juni dürften viele Anleger genau darauf achten, ob der neue Führungszirkel mehr Stabilität bringt als seine Vorgänger.

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Diskussion zu The Trade Desk

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

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