The Trade Desk baut sein Europa-Geschäft aus. Der Werbetechnologie-Konzern holt mit Massarius den ersten niederländischen Verlagspartner ins Boot.
Der Amsterdamer Publisher-Haus wird in das OpenPath-Programm integriert — eine direkte Inventar-Zugangsinitiative von The Trade Desk. Advertiser können künftig Massarius-Anzeigenbestände direkt buchen, ohne Zwischenhändler. Die Gebühr für Publisher: 4,5 Prozent.
Strategie gegen die Mittelsmänner
OpenPath soll Transparenz und Effizienz in die Werbelieferkette bringen. Klassische Programmatic-Pfade fressen oft einen Großteil der Werbeausgaben auf, bevor sie beim Publisher ankommen. The Trade Desk setzt dagegen auf direkte Routen zu Premium-Inventar im offenen Internet.
Das hauseigene KI-System Koa bewertet Millionen von Werbemöglichkeiten pro Sekunde. Zusammen mit OpenPath sucht die Plattform die optimale Transaktionsroute.
Kurs im freien Fall
Die Aktie notiert aktuell bei 16,80 Euro — ein Plus von 0,6 Prozent zum Vortag. Das ändert nichts am großen Bild: Auf Jahressicht hat das Papier 73,3 Prozent verloren. Das 52-Wochen-Tief markierte die Aktie am 25. Juni bei 14,99 Euro.
Die Analysten sind skeptisch. BofA Securities bekräftigte am 2. Juli ein „Underperform“-Rating mit einem Kursziel von 18 Dollar. Die Begründung: Das zweite Quartal könnte ein „unordentliches Übergangsquartal“ werden. Positive Impulse erwartet die Bank im dritten Quartal — durch OpenPath, die Normalisierung des Publicis-Konflikts und eine mögliche Makro-Stabilisierung.
Deutlich schärfer urteilt Arete Research. Die Investmentbank stufte die Aktie am 1. Juli auf „Strong Sell“ herab. Begründung: mögliche Marktanteilsverluste und ein Wandel hin zu einem kapitalintensiveren Geschäftsmodell.
Der Ausbau des OpenPath-Programms läuft parallel dazu weiter. Der Schritt nach Amsterdam ist ein weiterer Baustein in einer schwierigen Phase — das Vertrauen der Anleger muss sich erst wieder aufbauen.
