Nicht nur der Streit mit Werbeagenturen setzt The Trade Desk unter Druck. Eine neue Entwicklung trifft das Unternehmen an einer empfindlicheren Stelle: Autonome KI-Agenten kaufen Werbeinventar inzwischen direkt beim Anbieter ein — ohne den Umweg über klassische Demand-Side-Plattformen wie The Trade Desk.
Wenn die Mittelschicht wegfällt
Konkret demonstrierte die unabhängige Mediaagentur Butler/Till diesen Ansatz in einer Live-Kampagne. Ein KI-Agent kommunizierte dabei direkt mit einer Supply-Side-Plattform und umging die traditionelle Zwischenschicht vollständig. Das Ergebnis: Die Kosten auf der Käuferseite sanken um den Faktor 5,5, während die Zahl der ausgelieferten Werbeimpressionen um 40 Prozent stieg.
Für Unternehmen wie The Trade Desk, deren Geschäftsmodell auf der Rolle als notwendiger Intermediär basiert, ist das eine strukturelle Herausforderung. Hinzu kommt der Druck durch geschlossene Ökosysteme: Amazon, Meta und Google haben KI-gestützte Werbefunktionen tief in ihre eigenen Plattformen integriert und gewinnen damit kontinuierlich Marktanteile von unabhängigen Anbietern.
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Eigene KI als Antwort
The Trade Desk setzt auf den Ausbau der eigenen KI-Infrastruktur. Das System soll Prognosen, Preisoptimierung und Betrugserkennung abdecken und dabei Millionen von Entscheidungen pro Sekunde verarbeiten. Zudem laufen Berichten zufolge erste Gespräche mit OpenAI darüber, die Werbevermarktung für Plattformen wie ChatGPT zu übernehmen — ein möglicher neuer Wachstumskanal, der die strategische Relevanz des Unternehmens im KI-Zeitalter unterstreichen würde.
Bewertung und Analystenbild
Die Aktie notiert aktuell nahe ihrem 52-Wochen-Tief und hat seit dem Jahreshoch rund 74 Prozent verloren. Mehrere Analysten haben ihre Einschätzungen zuletzt nach unten angepasst: Stifel stufte die Aktie auf „Hold“ mit einem Kursziel von 26 US-Dollar herab, Rosenblatt senkte das Ziel auf 25 US-Dollar, und Wedbush vergab ein „Underperform“-Rating mit einem Ziel von 23 US-Dollar.
Das Forward-KGV liegt mit 14,5 deutlich unter dem Branchendurchschnitt von rund 25 — was auf eine günstige Bewertung hindeutet, aber auch das gestiegene Risikoprofil widerspiegelt. Ob die KI-Eigenentwicklung und mögliche Partnerschaften mit Generative-AI-Plattformen ausreichen, um den strukturellen Gegenwind abzufedern, wird sich spätestens bei den nächsten Quartalszahlen zeigen müssen.
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