The Trade Desk notiert nahe seinem Mehrjahrestief — und genau das spaltet die Investorengemeinde. Während die einen einen seltenen Einstiegspunkt sehen, warnen andere vor einer Aktie, deren strukturelle Probleme im Kurs noch nicht vollständig eingepreist sind.
Bewertung auf dem Prüfstand
Der Kursverfall der vergangenen zwölf Monate war brutal. Rund 53 Prozent hat die Aktie in diesem Zeitraum verloren und notiert aktuell bei etwa 20 US-Dollar — nur knapp über dem 52-Wochen-Tief.
Das hat die Bewertung in den Keller gezogen. Das Forward-KGV liegt bei rund 10x, während die Vergleichsgruppe aus dem Internet-Services-Sektor im Schnitt mit dem 24-fachen der erwarteten Gewinne bewertet wird. Selbst direkte Wettbewerber wie PubMatic handeln mit einer deutlichen Prämie. Ob diese Lücke eine Kaufgelegenheit oder ein Warnsignal darstellt, lässt sich nicht pauschal beantworten — dafür sind die Gegenargumente zu gewichtig.
Wachstum bremst, Druck wächst
Das Kernproblem: Das Wachstum verlangsamt sich spürbar. Nach einem Umsatzplus von 14 Prozent im vierten Quartal 2025 erwartet das Unternehmen für das erste Quartal 2026 nur noch zehn Prozent Wachstum. Schwache Nachfrage in den Segmenten Konsumgüter und Automobil belastet das Geschäft — und das dürfte auch in den kommenden Quartalen so bleiben.
Gleichzeitig wächst der Wettbewerbsdruck. Amazon DSP hat zuletzt Partnerschaften mit Netflix und Spotify geschlossen und baut sein geschlossenes Ökosystem weiter aus. Berichten zufolge hat Publicis Groupe Kunden empfohlen, The Trade Desk nach Bedenken über Gebührenstrukturen zu meiden. Hinzu kommen regulatorische Risiken durch das Ende von Third-Party-Cookies und verschärfte Datenschutzgesetze.
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Strategische Gegengewichte
Auf der anderen Seite stehen einige handfeste Argumente. Die KI-Plattform Kokai wird inzwischen von nahezu allen Kunden als Standardoberfläche genutzt. IKEA etwa konnte die Kosten pro Akquisition durch Kokais KI-gestützte Optimierung um 17 Prozent senken — ein konkreter Beleg für den operativen Mehrwert.
Zudem hat The Trade Desk sein Geschäftsmodell systematisch auf sogenannte Joint Business Plans umgestellt: mehrjährige strategische Vereinbarungen mit großen globalen Marken. Ende 2025 entfielen bereits mehr als die Hälfte der Erlöse auf solche Partnerschaften, die Pipeline hat sich im Jahresvergleich mehr als verdoppelt. Die Bilanz bleibt solide — 1,3 Milliarden US-Dollar Cash, keinerlei Schulden, ein bereinigtes EBITDA von knapp 1,2 Milliarden Dollar für das Gesamtjahr 2025.
18 von 21 Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf, mit einem durchschnittlichen Kursziel von 31,15 US-Dollar — das entspräche einem Aufwärtspotenzial von rund 55 Prozent gegenüber dem aktuellen Kurs. Ob das internationale Wachstum in EMEA und APAC sowie die JBP-Dynamik schnell genug greifen, um die Verlangsamung im Kerngeschäft aufzufangen, wird sich spätestens beim nächsten Quartalsbericht zeigen.
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