The Trade Desk steht nach einem dramatischen Jahresverlust von knapp 68 Prozent am Wendepunkt. Die Aktie des Ad-Tech-Spezialisten notiert derzeit nahe ihrem 52-Wochen-Tief – doch ausgerechnet jetzt meldet sich ein Analyst zu Wort, der bislang zu den größten Skeptikern zählte. MoffettNathanson hebt das Rating von „Sell“ auf „Neutral“ an. Grund ist nicht etwa operative Stärke, sondern schlicht die Bewertung: Mit einem KGV von 34 auf Basis der Forward-Schätzungen ist die Aktie so günstig wie seit dem Börsengang 2016 nicht mehr.
Bewertung als Kaufargument
Die Hochstufung durch MoffettNathanson am 12. Januar basiert auf einer klaren These: Das Abwärtsrisiko ist weitgehend eingepreist. Nach dem massiven Kurssturz sieht die Investmentbank bei einem Kursziel von 39 US-Dollar nur noch begrenztes Korrekturpotenzial. Die Analysten argumentieren, dass die Aktie mittlerweile auf einem Niveau angekommen ist, das die operativen Herausforderungen im umkämpften Werbemarkt bereits reflektiert.
Doch die Skepsis bleibt breit verankert. Wells Fargo senkte zeitgleich das Kursziel von 47 auf 42 US-Dollar und hält an der neutralen Einstufung fest. Auch Wolfe Research (Kursziel: 45 US-Dollar) und Guggenheim (50 US-Dollar) korrigierten ihre Erwartungen nach unten. Das zentrale Argument: Das Wachstum verlangsamt sich spürbar.
Zahlen mit zweierlei Botschaft
Die Fundamentaldaten liefern eine gemischte Diagnose. Im dritten Quartal 2025 steigerte The Trade Desk den Umsatz um 17,7 Prozent auf 739,4 Millionen US-Dollar. Der Gewinn je Aktie von 0,45 US-Dollar übertraf die Analystenschätzungen leicht. Für das vierte Quartal prognostiziert das Management Erlöse von mindestens 840 Millionen US-Dollar – mehr als erwartet und einem Wachstum von rund 13,4 Prozent entsprechend.
Diese Prognose dämpft Befürchtungen einer drastischen Abschwächung, kann aber die fundamentale Frage nicht beantworten: Reichen 13 bis 18 Prozent Wachstum aus, um eine Neubewertung zu rechtfertigen? Zum Vergleich: In den Vorjahren lagen die Zuwachsraten teils deutlich höher. Zudem kündigte das Unternehmen ein Aktienrückkaufprogramm über 500 Millionen US-Dollar an – ein Signal an Investoren, dass das Management die eigene Aktie für unterbewertet hält.
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Institutionelle Halteposition
Bemerkenswert ist die Struktur der Anteilseigner. Institutionelle Investoren halten weiterhin einen dominanten Anteil am Unternehmen. Trotz der heftigen Kursverluste gibt es keine Anzeichen für eine Kapitulation großer Asset Manager. Die Hochstufung durch MoffettNathanson könnte diesen Haltern signalisieren, dass ein tragfähiger Boden erreicht ist.
Technisch bleibt die Lage angespannt. Der Kurs liegt deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt, was den intakten Abwärtstrend bestätigt. Allerdings bewegte sich das Handelsvolumen am Montag mit über zehn Millionen Aktien auf hohem Niveau – ein Hinweis darauf, dass Marktteilnehmer aktiv nach einem Einstiegszeitpunkt suchen.
Entscheidung im Februar
Die nächste Richtungsentscheidung fällt Mitte Februar 2026 mit der Vorlage der Quartalszahlen. Sollte The Trade Desk die eigene Prognose erfüllen oder übertreffen, dürfte die Bewertungsdiskussion neu entfachen. Enttäuschende Zahlen hingegen würden die These der Wachstumsverlangsamung zementieren und könnten weiteren Druck auslösen. Bis dahin bleibt die Aktie ein Spielfeld zwischen wertorientierten Käufern und skeptischen Wachstumsinvestoren.
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