Ein Kursplus von knapp 6 Prozent klingt nach Erholung. Bei The Trade Desk ist es vor allem ein Zeichen dafür, wie tief die Aktie zuvor gefallen war.
Der Kursanstieg vom Dienstag folgte einer breiten Marktrally, ausgelöst durch Hoffnungen auf Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Ad-Tech-Werte profitierten überproportional vom aufkommenden Risikoappetit — ein klassischer Short-Covering-Rebound nach einem langen Ausverkauf. Das fundamentale Bild hat sich dadurch kaum verändert.
Tief im Minus, trotz Erholung
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 30 Prozent verloren, über zwölf Monate sogar fast 47 Prozent. Mit einem Kurs von 22,38 USD liegt das Papier noch immer 71 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 77,60 USD aus dem August 2025. Der 200-Tage-Durchschnitt bei 37,71 USD ist weit entfernt — der Abstand beträgt über 40 Prozent.
Der RSI von 24,5 signalisiert technisch überverkaufte Verhältnisse, was kurzfristige Rebounds begünstigt. Allerdings zeigt die Konstellation der gleitenden Durchschnitte — 20-Tage unter 50-Tage, 50-Tage unter 200-Tage — dass der übergeordnete Abwärtstrend intakt bleibt.
Führungswechsel häufen sich
Was das Bild zusätzlich trübt: The Trade Desk verliert weiter Führungskräfte. Chief Marketing Officer Ian Colley, Kommunikationsvize Melinda Zurich und Matthew Henick, der das Ventura-TV-OS-Geschäft leitete, verlassen das Unternehmen. Das sind keine Einzelfälle. Zu Jahresbeginn wurde CFO Alex Kayyal entlassen, drei Aufsichtsratsmitglieder — Gokul Rajaram, Lise Buyer und Kathryn Falberg — schieden in den vergangenen Monaten aus.
Solche Abgänge in dieser Dichte lassen Fragen offen, die CEO Jeff Green bisher nicht überzeugend beantwortet hat.
Transparenz-Vorwürfe belasten weiter
Parallel läuft der Streit mit Publicis weiter. Die Agenturgruppe hatte Kunden empfohlen, Ausgaben auf der Plattform zu stoppen — wegen Bedenken rund um Gebührenpraxis und Transparenz. Green wies die Kritik öffentlich zurück: „TTD hat noch nie ein Audit nicht bestanden.“ Die Kursentwicklung der vergangenen Monate zeigt jedoch, dass der Markt das Reputationsrisiko weiterhin einpreist.
Analysten gespalten, Quartalszahlen entscheidend
Das Analystenurteil spiegelt die Unsicherheit wider: 63 Kaufempfehlungen stehen 64 Halteempfehlungen gegenüber. Stifel-Analyst Mark Kelley hält an seiner Halteempfehlung fest und sieht das Kursziel bei 25 USD. Das Unternehmen selbst prognostizierte für Q1 2026 einen Umsatz von mindestens 678 Millionen USD — ein Wachstum von rund 10 Prozent, das unter den Konsenserwartungen lag und eine Welle von Zielkorrekturen auslöste.
Die Q1-Zahlen werden zeigen, ob The Trade Desk die Abwanderung von Werbebudgets stoppen konnte — oder ob der Druck durch Publicis und Wettbewerber tiefer sitzt als bisher angenommen.
The Trade Desk-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue The Trade Desk-Analyse vom 16. April liefert die Antwort:
Die neusten The Trade Desk-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für The Trade Desk-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 16. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
The Trade Desk: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
