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The Trade Desk Aktie: Druck von zwei Seiten

Ein gesenktes Kursziel und massive Bestandsverkäufe eines Großinvestors belasten die Aktie von The Trade Desk, trotz anhaltenden Umsatzwachstums.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Wolfe Research senkt Kursziel deutlich auf 45 US-Dollar
  • Allspring reduziert Aktienbestand um über 70 Prozent
  • Umsatz wächst weiter, aber Wachstum verlangsamt sich
  • Aktie notiert rund 66 Prozent unter Vorjahresniveau

Nach einem schwachen Jahr gerät The Trade Desk erneut ins Kreuzfeuer von Analysten und Großinvestoren. Ein deutlich gekapptes Kursziel und ein massiver Bestandsabbau eines institutionellen Anlegers setzen den Titel zusätzlich unter Druck. Im Zentrum steht die Frage, wie viel Wachstumsfantasie der Markt der Aktie noch zugesteht, wenn Bewertung und Kapitalströme gegen sie laufen.

Deutlich gesenktes Kursziel

Auslöser der jüngsten Skepsis ist eine neue Einstufung von Wolfe Research. Analystin Shweta Khajuria senkte am 6. Januar ihr Kursziel für The Trade Desk spürbar von zuvor rund 64 auf 45 US‑Dollar. Damit liegt die Latte nur noch knapp über dem aktuellen Kursniveau von 39,74 US‑Dollar.

Formal bleibt Wolfe zwar bei der Einstufung „Outperform“, doch das Chance-Risiko-Verhältnis wirkt deutlich eingetrübt. Das niedrigere Ziel spiegelt vor allem die Wahrnehmung wider, dass das einst sehr hohe Bewertungsniveau angesichts abflachender Wachstumsraten nicht mehr zu halten ist. Der Spielraum für positive Überraschungen wird damit kleiner.

Großinvestor fährt Engagement zurück

Zusätzlichen Druck bringt eine drastische Positionsreduktion auf der Investorenseite. Allspring Global Investments Holdings LLC hat seinen Bestand an The-Trade-Desk-Aktien um 71,8 % verringert. Konkret verkaufte der institutionelle Investor 424.743 Aktien und hält nun noch 166.573 Stück im Wert von rund 8,22 Mio. US‑Dollar.

Ein derart großer Schritt wird am Markt häufig als Signal gewertet, dass kurzfristig mit begrenztem Aufwärtspotenzial gerechnet wird oder Kapital gezielt in attraktivere Segmente umgeschichtet wird. In Kombination mit dem gesenkten Kursziel entsteht so das Bild eines Titels, bei dem die institutionelle Unterstützung zumindest vorerst nachlässt.

Schwache Jahresbilanz trotz Wachstum

Auch die Kursentwicklung der vergangenen Monate spricht eine klare Sprache. Auf Jahressicht liegt die Aktie rund 66 % im Minus, nachdem sie Anfang 2025 noch deutlich über 100 US‑Dollar notierte. Trotz der jüngsten Erholung um etwa 18 % in den letzten 30 Tagen bleibt der Abstand zum 52‑Wochen-Hoch von 121,08 US‑Dollar mit über 67 % enorm.

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Operativ wächst The Trade Desk weiter: Im dritten Quartal stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 17,7 % auf 739,4 Mio. US‑Dollar. Das Problem aus Marktsicht: Das Wachstum hat sich in den Bereich „hohe Zehnerprozente“ verlangsamt, während die Aktie zuvor mit Bewertungsaufschlägen für deutlich dynamischere Zuwächse gehandelt wurde. Diese Neubewertung spiegelt sich auch im technischen Bild wider – der Kurs liegt zwar klar über dem 50‑Tage-Durchschnitt von 35,04 US‑Dollar, aber noch spürbar unter dem 200‑Tage-Durchschnitt von 49,03 US‑Dollar.

Wichtige Kennzahlen im Überblick:

  • Neues Wolfe-Kursziel: 45 US‑Dollar
  • Umsatzwachstum Q3: +17,7 % auf 739,4 Mio. US‑Dollar
  • Kursveränderung 12 Monate: ca. –66 %
  • Abstand zum 52‑Wochen-Hoch: rund –67 %

Strategischer Gegenakzent mit OpenAds

Strategisch versucht The Trade Desk, den Druck mit einer Stärkung des eigenen Ökosystems zu kontern. Am 6. Januar kündigte das Unternehmen die erste Welle von Partnern für die Initiative „OpenAds“ an. Ziel ist es, eine offenere und aus Sicht der Beteiligten „gesündere“ digitale Medien-Lieferkette zu etablieren und damit der Dominanz geschlossener Plattformen wie Google und Meta etwas entgegenzusetzen.

Langfristig könnte eine breitere Akzeptanz solcher offenen Strukturen die Position von The Trade Desk im Markt für Demand-Side-Plattformen festigen. Kurzfristig scheint der Kapitalmarkt jedoch nüchtern zu priorisieren: Bewertungsniveau, Wachstumsdynamik und institutionelle Kapitalflüsse wiegen derzeit schwerer als strategische Ankündigungen mit unklarem Zeithorizont.

Fazit: Vorsichtiger Blick nach vorn

Unterm Strich sendet die Kombination aus deutlich gesenktem Kursziel und einer mehr als 70‑prozentigen Bestandsreduktion durch Allspring ein klar vorsichtiges Signal. Auf der positiven Seite steht ein weiterhin robustes Umsatzwachstum im mittleren Zehnerprozentbereich und der Versuch, mit OpenAds strukturelle Vorteile im Markt aufzubauen. Dem gegenüber stehen eine stark angeschlagene 12‑Monats-Performance, ein Kurs weit unter früheren Höchstständen und abnehmende institutionelle Unterstützung. Die nächsten Quartalszahlen werden entscheidend dafür sein, ob The Trade Desk die aktuelle Skepsis mit wieder anziehendem Wachstum oder klareren Erfolgen seiner Plattforminitiativen entkräften kann.

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Dr. Robert Sasse

Dr. Robert Sasse ist promovierter Ökonom und Unternehmer mit umfassender Expertise in Finanzmärkten und Wirtschaftstheorie. Seine akademische Ausbildung verbindet er mit praktischer Unternehmenserfahrung, um fundierte Analysen zu langfristigen Anlagestrategien zu liefern.

Als Verfechter einer marktwirtschaftlichen Ordnung fokussiert sich Dr. Sasse auf die Vermittlung von Strategien für nachhaltigen Vermögensaufbau durch Aktieninvestments. Seine wissenschaftlich fundierten Beiträge auf stock-world.de richten sich an Anleger, die eigenverantwortliche, informierte Entscheidungen für ihre finanzielle Zukunft treffen möchten.

Dr. Sasse spezialisiert sich auf die verständliche Aufbereitung komplexer ökonomischer Zusammenhänge und die praktische Anwendung von Investmentstrategien für die Altersvorsorge. Sein Ansatz kombiniert theoretisches Wissen mit klarem Praxisbezug, um Lesern Orientierung in einem dynamischen Marktumfeld zu bieten.

Mit seiner Expertise unterstützt er Anleger dabei, die Chancen des Kapitalmarkts systematisch und langfristig zu nutzen – unabhängig von kurzfristigen Marktschwankungen.