Die Aktie von The Trade Desk steht nach einem Kurseinbruch von rund 68 % in den vergangenen zwölf Monaten schwer unter Druck. Damit zählt das Papier 2025 zu den schwächsten Werten im S&P 500. Im Markt tobt die Diskussion, ob die Bewertung inzwischen Chancen eröffnet oder ob der Absturz auf tiefere strukturelle Probleme verweist.
OpenAds und Transparenz-Offensive
Mit OpenAds hat The Trade Desk eine neue, transparente programmatische Auktionsumgebung gestartet, die von großen Publishern unterstützt wird, darunter AccuWeather, BuzzFeed, The Guardian, Hearst, Newsweek, People Inc. und Ziff Davis. Ziel ist es, die digitale Werbelieferkette zu vereinfachen und Werbekunden mehr Einblick in ihre Inventarkäufe zu geben.
Die Einführung von OpenAds steht für den strategischen Fokus auf Transparenz in einem zunehmend komplexen Werbe-Ökosystem. Zusammen mit dem 2025 gestarteten OpenSincera-Angebot adressiert das Unternehmen Qualitäts- und Transparenzprobleme in der digitalen Werbekette.
Wettbewerbsdruck durch Amazon
Ein wesentlicher Belastungsfaktor bleibt der wachsende Wettbewerb durch Amazons ausgebautes DSP-Geschäft. Der Druck zeigt sich in mehreren Dimensionen:
- Konkurrenz über aggressive Preise und den Zugang zu umfangreichen First-Party-Commerce-Daten
- Ausweitung der Amazon-Werbeaktivitäten über eigene Plattformen hinaus in den offenen Internetbereich
- zunehmende Dominanz geschlossener Ökosysteme von Amazon, Google und Meta
- Gegenwind für die Wachstumsraten im Connected-TV-Segment
Das Umsatzwachstum von The Trade Desk fiel im dritten Quartal 2025 auf 17,7 % und lag damit deutlich unter dem Fünfjahresmedian von 25 %. Das Management führt die Abschwächung vor allem auf die makroökonomische Unsicherheit zurück, insbesondere bei Handels- und Konsumgüterkunden, die unter Inflation und Zöllen leiden.
Bewertung auf historischem Tief
Auf Basis der erwarteten Gewinne ist die Aktie so günstig wie nie. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Forward-Basis von etwa 18–20 handelt The Trade Desk deutlich unter den eigenen historischen Multiples.
Analyst Michael Nathanson (MoffettNathanson) hat die Aktie jüngst von „Sell“ auf „Neutral“ hochgestuft und argumentiert, dass die aktuellen Kurse die wesentlichen Risiken inzwischen einpreisen.
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Wichtige Kennzahlen
- Marktkapitalisierung: ca. 17–18 Mrd. US-Dollar
- KGV (TTM): rund 42
- 52-Wochen-Spanne: 35,65–126,20 US-Dollar
- Liquide Mittel: 1,4 Mrd. US-Dollar, keine Finanzschulden
- Prognose Q4 2025 Umsatz: mindestens 840 Mio. US-Dollar
- Nächste Quartalszahlen: 12. Februar 2026
Cantor Fitzgerald hat das Kursziel zuletzt von 52 auf 43 US-Dollar gesenkt und das neutrale Votum bestätigt. Von 41 Analysten halten 25 an einer Kaufempfehlung (bzw. Buy-Äquivalenten) fest, 11 bewerten den Titel neutral, fünf stufen ihn mit „Verkaufen“ ein.
Wachstumstreiber bleiben vorhanden
Trotz des deutlichen Kursverfalls verweist das Unternehmen auf mehrere langfristige Treiber. Gemeinsame Geschäftspläne (Joint Business Plans, JBPs) mit Agenturen und Marken liegen auf Rekordniveau und deuten auf anhaltende Budgetzusagen hin.
Die KI-gestützte Plattform Kokai dient inzwischen 85 % der Kunden als Standardoberfläche. Im Vergleich zur Vorgängerplattform Solimar erzielt Kokai im Schnitt 26 % bessere Kosten pro Akquisition.
Connected TV bleibt der größte und am schnellsten wachsende Kanal. Das Management rechnet damit, dass bietbare CTV-Inventare zum Standardmodell für den Einkauf werden. Audio-Werbung macht aktuell etwa 5 % des Geschäfts aus, gilt aber als nächster Wachstumstreiber: Programmatic Audio soll das Volumen in diesem Segment bis 2026 auf rund 2,6 Mrd. US-Dollar treiben.
Internationale Expansion als Hebel
Nach Unternehmensangaben entfallen rund 60 % des adressierbaren Gesamtmarktes auf Regionen außerhalb der USA. Der internationale Umsatzanteil liegt derzeit jedoch nur bei etwa 13 % des Gesamtgeschäfts. Daraus ergibt sich ein klarer Hebel für weiteres Wachstum durch geografische Expansion.
Die Aktie bewegt sich damit an einem Wendepunkt: Historisch niedrige Bewertungsmultiples treffen auf spürbaren Wettbewerbsdruck und verlangsamtes Wachstum. Entscheidende Hinweise, wie nachhaltig die aktuelle Wachstumsdelle ist, dürfte der Zahlenbericht Mitte Februar liefern.
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