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The Platform Group Aktie: AEP-Closing auf Juni verschoben

The Platform Group wächst im ersten Quartal 2026 kräftig, passt aber angesichts geopolitischer Risiken die Strategie an. Jahresziele bleiben bestehen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Umsatz steigt auf 243 Millionen Euro
  • Bereinigtes EBITDA wächst um 37 Prozent
  • Strategiewechsel wegen Iran-Krieg
  • Jahresprognose vollumfänglich bestätigt

Starke Quartalszahlen und gleichzeitig eine deutliche Strategiebremse — The Platform Group liefert zum Auftakt 2026 ein zweigeteiltes Bild. Das Düsseldorfer Plattformunternehmen wächst kräftig, zieht aber die Konsequenzen aus einem veränderten geopolitischen und makroökonomischen Umfeld.

Operative Stärke im ersten Quartal

Der Umsatz kletterte im ersten Quartal auf 243,1 Millionen Euro — ein Sprung gegenüber 160,8 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das bereinigte EBITDA stieg um 37,1 Prozent auf 21,8 Millionen Euro. Das Bruttowarenvolumen erreichte 438,4 Millionen Euro.

Hinter diesen Zahlen steckt echtes Nutzerwachstum. Die Zahl aktiver Kunden stieg auf über 8,1 Millionen, von 5,7 Millionen ein Jahr zuvor. Die angebundenen Partner wuchsen auf 17.221. Das Konzernergebnis lag mit 17,7 Millionen Euro leicht unter dem Vorjahreswert von 18,2 Millionen Euro — ein Hinweis darauf, dass das schnelle Wachstum seinen Preis hat.

Iran-Krieg als Wendepunkt

CEO Dominik Benner macht keinen Hehl daraus, was den Strategiewechsel ausgelöst hat: gestiegene Zins- und Logistikkosten im Zuge des Iran-Kriegs. Das Management reagiert mit einer klaren Neupriorisierung — weniger Übernahmen, mehr Integration, stärkerer Fokus auf Profitabilität und Bilanzabbau.

Der Verschuldungsgrad lag 2025 bei 2,1x bereinigtem EBITDA. Bis 2030 soll er auf 1,0 bis 1,4x sinken. Finanziert werden soll das Unternehmen künftig konservativer: mit langfristigen Bankdarlehen, Eigenkapital und einer Anleihe — ergänzt durch aktives Working-Capital-Management.

Auch beim laufenden M&A-Prozess gibt es eine Delle: Die Closing-Bedingungen für die geplante AEP-Akquisition sind noch nicht erfüllt. Das Closing verschiebt sich voraussichtlich auf Juni 2026.

Jahresprognose bleibt stehen — Vision 2030 ambitioniert

Trotz der Strategieanpassung bestätigt der Vorstand die Jahresziele vollumfänglich: ein GMV von 1,7 Milliarden Euro, ein Nettoumsatz von 1,0 Milliarden Euro sowie ein bereinigtes EBITDA zwischen 70 und 80 Millionen Euro. Inklusive AEP läge der Umsatz pro forma bei 2,0 Milliarden Euro.

Die Vision 2030 ist noch ambitionierter: 3,0 bis 3,2 Milliarden Euro Umsatz, zweistellige Margen und mehr als 40.000 Partner.

Der Markt quittiert die Gemengelage bislang verhalten. Die Aktie notiert bei 2,90 Euro und liegt damit fast 50 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 5,50 Euro aus dem Februar. Ob die Kombination aus operativer Stärke und strategischer Disziplin ausreicht, das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen, wird sich spätestens mit dem AEP-Closing im Juni zeigen.

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