Vom Wachstumsliebling zum Sanierungsfall: The Platform Group hat binnen weniger Monate rund drei Viertel seines Börsenwerts verloren. Nun greift das Management zur Fremdkapitalseite — und kauft eigene Anleihen zurück.
Rückkauf des Nordic Bond
Das Unternehmen hat per Ad-hoc-Mitteilung den Rückkauf von Teilschuldverschreibungen des sogenannten „Nordic Bond“ angekündigt. Das Programm läuft vom 2. Juli bis zum 31. Dezember 2026. Das Volumen ist auf maximal 5 Millionen Euro Nennbetrag begrenzt. Abgewickelt wird über Frankfurt und Tradegate.
Das Ziel: Die Verbindlichkeiten reduzieren, während die Anleihe auf niedrigem Kursniveau notiert. Das Management signalisiert damit zugleich, dass die Liquidität ausreicht — trotz des massiven Kursdrucks auf die Aktie.
Zahlen liefern wenig Trost
Für 2025 meldete The Platform Group einen Umsatz von 728 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA lag bei 55 Millionen Euro. Das Unternehmen ist in 26 Branchen aktiv und arbeitet mit mehr als 16.000 Partnern zusammen.
Operativ also kein Alarmsignal. An der Börse sieht es anders aus.
Freier Fall seit Februar
Die Aktie notiert aktuell bei 1,35 Euro — ein Minus von 75,8 Prozent gegenüber dem 52-Wochen-Hoch von 5,60 Euro im Februar. Allein in den vergangenen 30 Tagen hat das Papier mehr als die Hälfte seines Werts verloren. Am Montag markierte es ein neues 52-Wochen-Tief bei 1,20 Euro.
Der RSI liegt bei 21,6 — tief im überverkauften Bereich. Technisch ist eine Gegenreaktion möglich, strukturell aber bleibt der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt bei über 50 Prozent. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 135,67 Prozent zeigt, wie nervös der Markt weiterhin ist.
Der Anleiherückkauf allein wird das Vertrauen der Aktionäre kaum zurückgewinnen. Entscheidender wird sein, ob das Management auf der bevorstehenden Hauptversammlung konkrete Maßnahmen für die Eigenkapitalseite präsentiert.
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