Die Platform Group kauft eigene Anleihen zurück — während die Aktie auf dem tiefsten Stand seit einem Jahr notiert. Das Timing ist auffällig.
Am 17. Juni hat das Düsseldorfer Softwareunternehmen ein Anleiherückkaufprogramm beschlossen. Ab dem 2. Juli will es über die Börse Frankfurt und Tradegate eigene Nordic Bonds zurückkaufen. Das maximale Volumen: 5 Millionen Euro Nennbetrag. Das Programm läuft bis Ende Dezember 2026.
Rückkauf als Signal — oder als Notwendigkeit?
Ein unabhängiger Wertpapierdienstleister führt das Programm durch. The Platform Group ist berechtigt, Kaufangebote anzunehmen — verpflichtet ist sie nicht. Das Unternehmen kann den Zeitraum bei Bedarf anpassen.
Die Ankündigung trifft auf eine Aktie unter erheblichem Druck. Der Kurs liegt bei 1,25 Euro — rund 78 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 5,60 Euro aus dem Februar. Allein in den vergangenen 30 Tagen hat das Papier knapp 64 Prozent verloren. Der RSI von 21,5 signalisiert eine technisch überverkaufte Lage.
Übernahme, Hauptversammlung, Quartalszahlen
Parallel läuft die geplante Übernahme der AEP GmbH. Die Finanzierung dieser Akquisition gilt als entscheidend — der Abschluss war für Juni 2026 angestrebt.
Im ersten Quartal 2026 wuchs der Nettoumsatz um gut 51 Prozent auf 243,1 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA stieg um 37 Prozent auf 21,8 Millionen Euro. Das Nettoergebnis sank leicht auf 17,7 Millionen Euro — ein Sondereffekt aus dem Vorjahr verzerrt den Vergleich.
Am 1. Juli trifft sich The Platform Group zur ordentlichen Hauptversammlung in Düsseldorf. Auf der Tagesordnung stehen neben Routinepunkten auch Beschlüsse über neues genehmigtes und bedingtes Kapital sowie eine Ermächtigung für Wandel- und Optionsanleihen. Dieser Tag dürfte für die weitere Finanzierungsstrategie richtungsweisend sein.
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