Gewinn geschlagen, Kurs gefallen. Bei Tesla passt das auf den ersten Blick nicht zusammen — bis man die Zahlen hinter den Zahlen liest.
Im ersten Quartal 2026 verdiente Tesla bereinigt 41 Cent je Aktie. Analysten hatten 37 Cent erwartet. Der Umsatz von 22,4 Milliarden Dollar blieb knapp unter der Konsensschätzung von 22,6 Milliarden. Die Bruttomarge kletterte auf 21,1 Prozent — der stärkste Wert seit längerer Zeit. Allerdings profitierte Tesla dabei von Einmaleffekten bei Zöllen und Garantierückstellungen.
Die eigentliche Nachricht: Capex explodiert
Das Ergebnis rückte schnell in den Hintergrund. CFO Vaibhav Taneja kündigte auf dem Earnings Call an, dass die Investitionsausgaben 2026 auf über 25 Milliarden Dollar steigen — nach 20 Milliarden als bisheriger Planung und nur 8,6 Milliarden im Jahr 2025. Allein im ersten Quartal lagen die Capex bei 2,49 Milliarden Dollar, 67 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Die Betriebskosten stiegen um 37 Prozent. Treiber: KI-Forschung und aktienbasierte Vergütungen. Allein für Forschung und Entwicklung gab Tesla 1,95 Milliarden Dollar aus.
Truist Securities brachte die Konsequenz direkt auf den Punkt: Trotz des Gewinnschlags dürfte Tesla in diesem Jahr einen negativen freien Cashflow ausweisen. Die Bank hält an ihrer „Hold“-Einstufung mit einem Kursziel von 400 Dollar fest.
Hardware 3 und das FSD-Problem
Ein weiteres Thema belastete die Stimmung. CEO Elon Musk bestätigte auf dem Call, dass Fahrzeuge mit der älteren Autopilot-Hardware HW3 kein unüberwachtes Full Self-Driving erhalten werden. HW3 kam im April 2019 auf den Markt. Viele Kunden zahlten damals zwischen 8.000 und 15.000 Dollar für das FSD-Paket — in der Erwartung, die Hardware sei für volle Autonomie ausreichend. Diese Erwartung ist nun offiziell hinfällig.
Das trifft Millionen von Fahrzeugen. Kein Wunder, dass Investoren, die ohnehin auf den freien Cashflow schauen, nervös reagieren.
Energie schwächelt, Ausblick gemischt
Das Energiesegment enttäuschte. Der Umsatz fiel um 12 Prozent auf 2,41 Milliarden Dollar. Die Energiespeicher-Auslieferungen brachen sequenziell um 38 Prozent auf 8,8 GWh ein — Analysten hatten 12 bis 14 GWh erwartet. Tesla verweist auf eine neue Megafactory in Houston und die bevorstehende Megapack-3-Produktion als Wachstumstreiber für den Rest des Jahres.
Auf der Produktseite plant Tesla günstigere Varianten von Model Y und Model 3. Cybercab, Tesla Semi und Megapack 3 sollen 2026 in die Serienproduktion gehen.
Die Tesla-Aktie verlor am Donnerstag rund 4 Prozent auf etwa 320 Euro — und liegt damit seit Jahresbeginn bereits 14 Prozent im Minus. Der Markt bewertet derzeit weniger den Gewinn als die Rechnung, die damit kommt.
Tesla-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Tesla-Analyse vom 23. April liefert die Antwort:
Die neusten Tesla-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Tesla-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 23. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Tesla: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
