Tesla hat das erste Quartal 2026 mit einem deutlichen Lieferminus abgeschlossen — und der Markt reagierte entsprechend. Die Aktie verlor am Donnerstag mehr als fünf Prozent, der stärkste Tagesrückgang des laufenden Jahres. Seit Jahresbeginn steht damit ein Minus von 20 Prozent zu Buche.
Lieferlücke und wachsendes Lager
Im ersten Quartal lieferte Tesla 358.023 Fahrzeuge aus — rund 12.000 weniger als Analysten erwartet hatten. Produziert wurden gleichzeitig 408.386 Einheiten. Die Differenz von gut 50.000 Fahrzeugen landete direkt im Lager, fast ausschließlich Modelle der Model-3/Y-Baureihe.
Das allein wäre schon bemerkenswert. Hinzu kommt, dass auch das Energiespeichergeschäft enttäuschte: Tesla installierte im ersten Quartal lediglich 8,8 GWh — ein Rückgang von 38 Prozent gegenüber dem Vorquartal und weit unter der Analystenerwartung von 14,4 GWh. Ausgerechnet das Segment, das zuletzt als verlässliche Stütze galt, liefert nun ebenfalls schwächer.
William Blair erklärte in einer Analyse, man sei von den Automobilzahlen nicht überrascht, da die globale EV-Nachfrage außerhalb Chinas weiter unter Druck stehe und Tesla sein Kerngeschäft bewusst zugunsten einer autonomen Zukunft zurückstelle.
Rücklaufende Leasingfahrzeuge als zusätzlicher Gegenwind
Ein weiteres Thema dürfte die Stimmung vor dem Earnings Call am 22. April belasten: 2026 kehren branchenweit mehr als 300.000 Elektrofahrzeuge aus Leasingverträgen zurück — dreimal so viele wie im Vorjahr. Die Restwerte liegen laut Branchenexperten zwischen 5.000 und 20.000 US-Dollar unter den ursprünglichen Kalkulationen der Finanzierungsarme. Cox Automotive zufolge hielt ein drei Jahre alter Elektrowagen Ende 2025 noch rund 40 Prozent seines ursprünglichen Werts — Anfang 2022 waren es noch 90 Prozent.
Tesla ist als reiner Elektroautohersteller besonders exponiert: Allein 2023 wurden schätzungsweise 229.000 Tesla-Fahrzeuge verleast, mehr als GM und Ford zusammen. Den direkten finanziellen Schaden dürfte Tesla jedoch weitgehend begrenzen können, da der Großteil des Leasingportfolios über Drittanbieter läuft — nicht über Tesla Finance selbst.
Analysten uneinig, Blick auf den 22. April
Die Reaktion der Analysten fiel gespalten aus. Truist Securities senkte das Kursziel von 438 auf 400 US-Dollar und behielt das Hold-Rating bei. Analyst William Stein verwies darauf, dass Investoren den Fokus stärker auf KI-Projekte wie Full Self-Driving legen sollten, die er langfristig für relevanter hält als die Auslieferungszahlen.
RBC Capital und Wedbush hingegen halten an einer Kaufempfehlung fest. Tom Narayan von RBC setzt das Kursziel bei 500 US-Dollar an. Das durchschnittliche Kursziel aller von FactSet befragten Analysten liegt bei 410,63 US-Dollar, das Konsensrating bei Hold.
Beim Earnings Call am 22. April rücken die Bruttomarge im Automobilsegment und mögliche Rabattaktionen in den Vordergrund. Ein Lageraufbau von 50.000 Einheiten legt nahe, dass Tesla im Quartal mit Preisnachlässen nachgeholfen haben könnte — was die Margen weiter belasten würde. Für eine Erholung auf Jahressicht müsste Tesla in den verbleibenden drei Quartalen jeweils mehr als 444.000 Fahrzeuge ausliefern, ein Niveau, das zuletzt 2023 regelmäßig erreicht wurde.
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