Tesla liefert im zweiten Quartal mehr Fahrzeuge aus als je zuvor in einem Q2. Die operative Marge bricht trotzdem ein. Diese Diskrepanz schickt die Aktie am Mittwoch auf ein neues 52-Wochen-Tief.
Ausgangslage: Rekordtief nach schwachen Zahlen
Der Kurs bricht um 3,45 Prozent ein und schließt bei 260,50 Euro. Das liegt nur hauchdünn über der neuen Tiefstmarke von 259,75 Euro. Auf Monatssicht steht ein Minus von 29,33 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn sind es sogar 33,67 Prozent.
Der 14-Tage-RSI fällt auf 24,9. Das ist tief im überverkauften Bereich. Der Kurs notiert damit unter jedem wichtigen gleitenden Durchschnitt, mit einer annualisierten Volatilität von 63,58 Prozent drohen scharfe Bewegungen in beide Richtungen.
Ausgelöst hat den jüngsten Absturz der Quartalsbericht. Die operative Marge sackt auf 1,4 Prozent, im Vorjahr lag sie noch bei 4,1 Prozent. Das bereinigte Ergebnis je Aktie kommt bei 0,33 Dollar herein, Analysten hatten 0,50 Dollar erwartet.
Die entscheidende Frage
Ob dieser überverkaufte Zustand einen Boden markiert oder nur eine Verschnaufpause auf dem Weg nach unten ist, hängt an einem einzigen Faktor. Zeigen Robotaxi und der humanoide Roboter Optimus in den kommenden Monaten greifbare Fortschritte bei der Monetarisierung? Oder frisst das Kerngeschäft mit schwacher Marge weiter die Substanz auf, während die Ausgaben für Autonomie und Robotik davonlaufen?
Bullen-Szenario: Überverkauft mit Rückenwind aus dem Auslieferungsgeschäft
Historisch folgten auf derart extreme RSI-Werte oft Erholungsrallys. Mehrere Chart-Dienste bezeichnen die aktuelle Lage als die am stärksten überverkaufte seit März 2025. Damals folgte eine Rallye von rund 90 Prozent bis zum Jahresende.
Auf fundamentaler Seite übertreffen die Auslieferungen die Erwartungen deutlich. Die aktiven FSD-Abonnements steigen im Quartal um 56 Prozent, insgesamt zählt Tesla nun 1,48 Millionen Abonnenten. Der Robotaxi-Dienst erreicht mit Miami erstmals einen Markt außerhalb von Texas und Kalifornien, Beobachter werten dies allerdings eher als kleinen Baustein denn als Durchbruch.
Der durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt bei 350,77 Euro. Das entspricht einem Aufwärtspotenzial von rund 34,7 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau. Ein großer Teil der Sell-Side-Analysten sieht also weiterhin Erholungsspielraum, sofern die operative Umsetzung besser gelingt.
Bären-Szenario: Kosten laufen davon, der Zahltag verschiebt sich
Die Gegenposition stützt sich auf die wachsende Lücke zwischen Ausgaben und kurzfristigem Ertrag. Die operativen Kosten steigen im zweiten Quartal um 47 Prozent auf 4,35 Milliarden Dollar, getrieben von Investitionen in künstliche Intelligenz und Forschung. Für das Gesamtjahr plant der Konzern Investitionen von mehr als 25 Milliarden Dollar, der freie Cashflow bleibt derweil negativ.
Entscheidend ist der Zeitplan für die Autonomie-Sparte. CEO Elon Musk selbst räumt ein, dass nennenswerte Robotaxi-Einnahmen frühestens 2027 kommen. Die eigene Flotte bleibt dabei winzig im Vergleich zur Konkurrenz: Tesla betreibt in Texas rund 42 Robotaxis, während Waymo dort bereits 577 Fahrzeuge zugelassen hat und landesweit wöchentlich 500.000 bezahlte Fahrten in zehn Städten ausliefert.
Bei Optimus warnt Musk vor der eigenen Herausforderung. Es werde „das am schwierigsten skalierbare Produkt, das Tesla je gebaut hat“, da für den Roboter noch keine etablierte Lieferkette existiere. Diese Aussage passt zu einem Kursbild, das derzeit unter jedem relevanten technischen Widerstand liegt.
Ausblick: Brüchiger Boden, noch keine Wende
Hält die Region um das aktuelle Tief und dreht der RSI aus seinem überverkauften Extrem nach oben, wäre eine technische Erholung in Richtung des 50-Tage-Durchschnitts bei 343,45 Euro ein plausibles Szenario. Genau dieses Muster beobachten mehrere Chart-Analysten nach einer derart ausgeprägten Überverkauft-Lage.
Bricht der Kurs dagegen entschieden unter das jüngste Tief, würde das eher auf weitere Abwärtsbewegung als auf eine Bodenbildung hindeuten. Das gilt besonders, falls sich die Automobilmargen nicht stabilisieren oder neue Robotaxi- und Optimus-Updates erneut enttäuschen. Als nächste konkrete Marker gelten weitere Meldungen zur Robotaxi-Flottenerweiterung, Fortschritte bei der für später in 2026 angekündigten Optimus-Produktion in begrenztem Umfang sowie der Quartalsbericht für das dritte Quartal im Herbst.
Tesla-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Tesla-Analyse vom 30. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Tesla-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Tesla-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 30. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Tesla: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
