Tesla und SpaceX prüfen einen Zusammenschluss über unabhängige Sonderausschüsse. Wie heute berichtet wurde, beteiligt sich Elon Musk wegen seines Interessenkonflikts nicht an deren Beratungen. Für Tesla-Anleger rücken damit die Genehmigungshürden in den Vordergrund: Die Bank of America sieht vor allem China als mögliches Hindernis. Eine Transaktion ist nicht vereinbart.
Unabhängige Ausschüsse prüfen den Zusammenschluss
Reuters zufolge begannen die Gespräche in den vergangenen Wochen. Als mögliche Struktur steht eine Übernahme Teslas durch SpaceX im Raum. Tesla hat demnach bereits Investmentbanker als Berater engagiert. Musk bezeichnete einen Zusammenschluss als gute Idee, betonte aber zugleich, dass eine Einigung noch weit entfernt sei.
Die Bildung der Ausschüsse bedeutet deshalb zunächst eine Prüfung und keine Entscheidung für den Zusammenschluss. Neben den Vorständen müssten auch Aktionäre und Aufsichtsbehörden zustimmen. Für Anleger ist diese Unterscheidung wesentlich: Weder die endgültige Struktur noch die Gegenleistung für Tesla-Aktionäre stehen fest.
Die Bank of America hält eine Übernahme gegen Aktien für plausibel. Sie skizziert eine mögliche Prämie von 20–30 Prozent. In diesem Szenario blieben Musk mehr als 50 Prozent der Stimmrechte. Dabei handelt es sich um Überlegungen der Bank, nicht um ausgehandelte Konditionen.
Shanghai macht China zum Schlüsselfaktor
Die regulatorische Schwierigkeit liegt nach Einschätzung der Bank of America in Teslas Produktionsbasis. Das Werk in Shanghai fertigt rund die Hälfte der weltweiten Fahrzeugmenge. Seine installierte Jahreskapazität liegt bei über 950.000 Fahrzeugen.
Bei einer Übernahme könnte dieser Standort unter die Kontrolle eines großen US-Rüstungsauftragnehmers geraten. Genau darin sieht die Bank mögliche chinesische Sicherheitsbedenken. Die Frage betrifft damit einen zentralen Teil von Teslas Fahrzeugproduktion und nicht lediglich einen Nebenbereich.
Auch die Zustimmung der Tesla-Aktionäre wäre anspruchsvoll. Erforderlich wäre eine Mehrheit aller ausstehenden Aktien. Enthaltungen und nicht abgegebene Brokerstimmen würden gegen die Transaktion zählen. Ein zustimmendes Übergewicht allein unter den tatsächlich abgegebenen Stimmen würde daher nicht genügen.
Die unabhängigen Ausschüsse müssten folglich nicht nur die wirtschaftlichen Bedingungen beurteilen. Für die Umsetzbarkeit wären ebenso die Eigentümerstruktur und die regulatorischen Anforderungen entscheidend.
Kaufempfehlung trotz offener Bedingungen
Die Bank of America bestätigt dennoch ihre Kaufempfehlung für Tesla mit einem Kursziel von 460 US-Dollar. Sie erwartet außerdem, dass Robotaxis bis Ende 2027 zu einem bedeutenden Gewinnträger werden könnten.
Damit bleibt die positive Einschätzung nicht ausschließlich an eine Fusion gebunden. Der erwartete Ergebnisbeitrag aus Robotaxis ist allerdings ebenfalls eine Prognose und kein bereits erzielter Gewinn.
Für Tesla-Aktionäre liegt der entscheidende Unterschied zwischen einer möglichen Übernahmeprämie und einem belastbaren Angebot. Erst vereinbarte Bedingungen würden zeigen, welche Gegenleistung vorgesehen wäre. Die Ausschüsse schaffen dafür einen Prüfungsrahmen; Chinas Zustimmung und die erforderliche Aktionärsmehrheit bleiben eigenständige Hürden.
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